Arany János - Győrei Zsolt (szerk.): Der ruf der Nachtigall (Budapest, 2019)
IV - „Auf mir sorgt er für Größe, und unten ist er tief” - Brückenweihe
„Steinreich bin ich!“ so schreit ein Neuer, „Doch genießen kann ich nicht mehr!“ „In der Liebe war ich stets ein Treuer, Und wurde betrogen, bös und schwer!“ Die Donau verschlingt alle wie ein Meer. So hab ich im Duell gewettet: „Du dunkle Kugel, geh voran!“ „Hätt ich meine Unschuld nur gerettet, So wäre mein Leben nicht vertan. Jetzt ist der Strom mein Bräutigam.“ Nun springen sie in hellen Scharen, Zuckend in die stumme Tiefe, Wie wilde Fische sich gebaren, Als ob der Himmel selbst sie riefe, In ihrem Geist ein Vogel schliefe. Das Wasser schäumt mit Riesenaugen, Blasen tanzen, kein Licht mehr glimmt, Ein Mühlrad dreht sich in den Laugen, Alle sind sie zum Selbstmord bestimmt, Die Donau gibt, die Donau nimmt. Das spürt der Junge, der nichts mehr sieht, Im Geist gestört, im Auge blind, Dicht und dichter wird, was da geschieht, Ein Wirbel, dem er nicht entrinnt, Gelähmt und hilflos wie ein Kind. Diesem Sturm kann niemand widerstehn, Keine Rettung im weiten Rund, Alle Macht, jetzt wird sie untergehn, Die Uhr, sie schlägt die erste Stund, Die Brücke leer - Schweigen im Schlund.