Arany János - Győrei Zsolt (szerk.): Der ruf der Nachtigall (Budapest, 2019)

IV - „Auf mir sorgt er für Größe, und unten ist er tief” - Alte Anekdote - Zur Leiche gerufen

„Jetzt sollen all seine Feinde kommen!“ Es kommt, wen der Vater eigens benennt; Vergeblich! Kein frisches Blut kam geronnen, Wer auch immer an seinem Leichnam stand: Kein Mörder fand sich, der die Tat gestand. „Wer war es dann? fragt düster der Graf, „Unser altes Blut fließt nicht ungerächt; Bringt mir den Mörder! ... Ihn treffe die Straf‘ Gegen wen auch immer Verdacht sich erhebt, Verdächtig ist jeder, jeder der lebt!“ „Jetzt die Freunde, sie sollen vor ihm stehen!“ Und es treten ein die jungen Recken: Es tut ihnen weh, den Field zu sehen, Dass er so starb und nicht stolz im Gefecht. Die Wunde aber, sie blutete nicht. „Der Flof soll kommen, ob groß oder klein! All die Leute von unten aus dem Dorf!“ Unbeweint ließ ihn niemand sein Im Blick auf den getöteten Herrn. Kein Blut floss aus, sie hatten ihn gern. „Die Mutter soll kommen, auch die Schwester!“ Das ledige Mädchen kreischt schon von fern; Die Mutter beugt sich, umarmt ihn fester: Doch keine Bewegung zeigt der Tote, Kein fließendes Blut als Mörderbote. „Dann soll zuletzt seine Liebste kommen, Abigél Kund, seine heimliche Braut!“ Sie starrt auf den Dolch wie benommen; Wie versteinert steht sie in der Runde, Rot sprudelt Blut aus seiner Wunde. Sie greift sich fassungslos an die Stirn, Es kommt keine Träne, kein Schmerzenslaut Als bohre sich ein Pfeil in ihr Gehirn! ... Entsetzt das Blut aller Herzen gerinnt: „Du bist die Mörderin, du armes Kind!“ Ihr Hirn ist wie betäubt - sie sucht das Wort, Sie schweigt zunächst und findet schwer nur Stimme: „Ich war es nicht, das hier ist nicht mein Mord, Meine Zeugen sind, die im Himmel leben, Den Dolch, den aber habe ich gegeben. 76

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