Arany János - Győrei Zsolt (szerk.): Der ruf der Nachtigall (Budapest, 2019)

IV - „Auf mir sorgt er für Größe, und unten ist er tief” - Der alte Herr mit dem Tamburin

Der alte Herr mit dem Tamburin Eine Schellentrommel hat der alte Mann, Überkommt ihn die Stimmung, schlägt er sie an, Dann nimmt er das abgenutzte Gerät, Bis er beim Spielen in Stimmung gerät. Selten nur hört jemand sein Trommelspiel gern, Das Instrument ist schon längst nicht mehr modern, Der alte Herr sieht und hört nicht mehr gut, Er spielt für sich allein und macht sich Mut. Andre mögen ihre Lieder verbrauchen Und sich fremde Titel zusammenraufen, Der alte Herr wusste davon nicht viel, Ihm reichte das alte, gewohnte Spiel. Er liebte den Wechsel seiner Noten, Hart oder weich, nichts war ihm verboten, Deutsch oder ungarisch, wilde Töne, Für Betyaren und für ihre Söhne. Roh oder schrill, so Hingen seine Lieder, Alle Gefühle finden sich da wieder, Er weint, kriecht leise wie eine Schlange, Kein Meister weiß, geht denn das noch lange? Ein einfaches Lied, das sich süß entfaltet, Ein reines Wunderwerk, einsam gestaltet, Schwingende Rhythmen zum schwankenden Tanz, Wie Laub im Winde, ein feiernder Kranz. Manchmal schenkt ihm dann ein Lied Ermunterung, Die Zeit des neuen Glaubens gab den Schwung: Darin verletzt ein Herz, das schwer bereut Oder sich tief in Gottvertrauen freut. Oft kann der Alte das nicht erreichen, Nur im eignen Kopf kann er erweichen, Wenn ihm sein Lied dann nicht gelingen will, Dann zeigt er auf die Trommel, die ist still.

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