Arany János - Győrei Zsolt (szerk.): Der ruf der Nachtigall (Budapest, 2019)
III - „Er brummt und murrt hier und da” - Frau Agnes
Frau Agnes Frau Agnes wäscht ihr weißes Tuch, Sie reibt es am Bach im Wasser, Sie wäscht ihr blutig weißes Tuch, Das Laken wird langsam blasser. Oh, gnädiger Vater, verlass mich nicht. Zu ihr strömen Straßenkinder: Fragen Agnes, was wäscht du hier? „Weg mit euch, das sind die Flühner, Im Linnen klebt ihr Blutgeschmier.“ Oh, gnädiger Vater, verlass mich nicht. Dann kommen die Nachbarfrauen: „Liebe Agnes, wo ist dein Mann?“ „Ach, der liegt in seinem Bette! Still jetzt, dass er noch schlafen kann.“ Oh, gnädiger Vater, verlass mich nicht. Jetzt kommt schon der strenge Scherge, Muss die Frau zum Kerker bringen. „Ach mein Lieber, lass mich waschen, Den Fleck säubern, das Tuch wringen!“ Oh, gnädiger Vater, verlass mich nicht. Dunkel der Kerker, kaum ein Strahl, Der in seine Tiefe findet. Am Tage nur ein wenig Licht, Nachts böser Wahn, der dich schindet. Oh, gnädiger Vater, verlass mich nicht. Die Arme sucht den ganzen Tag Sonnenstrahlen in der Zelle, Sucht mit ihren Frauenaugen Kleine Flecke, etwas Helle. Oh, gnädiger Vater, verlass mich nicht. Wenn sie sich zur Seite wendet Sieht sie tanzende Gespenster, Ohne dieses winzige Licht Herrschte Wahnsinn ohne Fenster. Oh, gnädiger Vater, verlass mich nicht.