Arany János - Győrei Zsolt (szerk.): Der ruf der Nachtigall (Budapest, 2019)

III - „Er brummt und murrt hier und da” - Frau Agnes

So vergingen manche Tage, Bis die Tür sich endlich auftut, Agnes steht brav vor dem Richter, Sucht ihre Fassung, ihren Mut. Oh, gnädiger Vater, verlass mich nicht. Jetzt bringt sie ihr Kleid in Ordnung, Dann das Kopftuch, dann die Haare, Niemand soll ihr unterstellen, Dass der Wahnsinn sie befahre. Oh, gnädiger Vater, verlass mich nicht. Dann stand sie am grünen Tische Vor den alt ergrauten Richtern, Die sahen sie voll Mitleid an, Keiner mürrisch, alle nüchtern. Oh, gnädiger Vater, verlass mich nicht. „Agnes, liebe, was tatest du? Wie grauenhaft ist deine Schuld, Der Täter hat schon gestanden, Dein Liebster gegen dich gezeugt. Oh, gnädiger Vater, verlass mich nicht. Er, der Mörder deines Mannes, Wird morgen am Galgen gehängt, Du wirst ewig gefangen sein, Dein Urteil ist somit verhängt. Oh, gnädiger Väter, verlass mich nicht. Agnes sieht sich im Saale um, Will prüfen, bei Verstand zu sein, Sie hört die Stimmen, spürt das Wort: „Noch bin ich es, das Hirn ist mein!“ Oh, gnädiger Vater, verlass mich nicht. Was sie von ihrem Manne hört, Das kann sie im Kopf nicht fassen, Klar aber ist ihr, man wird sie Wohl nie mehr nach Hause lassen. Oh, gnädiger Vater, verlass mich nicht. +4 45

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