Török Dalma (szerk.): Heinrich von Kleist. Miért éppen Kleist? (Budapest, 2016)

Függelék - Az irodalmi szemelvények lelőhelyei - Rövidítések jegyzéke

Gedanken mitzuteilen, sondern daß sie ein unentbehrliches Mittel für die Bildung des Gedankens, für sein inneres Werden ist. Die Sprache ist keine bloße Umsetzung des Gedankens in die Form des Wortes: sie ist vielmehr wesentlich an seiner ursprünglichen Setzung beteiligt ... Die Idee ist nicht vor der Sprache: sie wird in der Sprache und durch die Sprache.“7 Diese bruchstückhafte, sich verzerrende, häufig ausweichende Weise, in der sich zwischen dem sprachlich zu formulierenden Gedanken und dem ursprünglich Gedachten ein Hiatus bildet, wird bei Kleist zur form­gestaltenden Idee, darauf ist auch Max Kommereil in seinem ausgezeichneten Kleist-Aufsatz bereits aufmerksam geworden, indem er „die Sprachnot des Augenblicks“8 hervorhob und die sich daraus ergebende Erkenntnis, dass das Selbstverstehen der Kleistschen Figuren gehemmt ist. Die ganze Tragödie Homburgs kann auch in dem Sinne formuliert werden, dass er sich selbst nie so versteht, wie es die Situation erfordert, und seine letztliche Verherrlichung kann auch in der Weise gelesen werden, dass selbst der Gehorsam dem Geist des Gesetzes gegenüber, die hingebungsvolle Inkaufnahme des Todes scheitern. Der anfängliche Traum vom Ruhm, den er erlangen würde, und der ihn im Schlussbild erwartende zweifelhafte Ruhm machen für ihn doppelt sicher, es liegt nicht an ihm, nicht nur an ihm. „Sie [die Menschen] bleiben für immer unmündig und ihr Schicksal ein Spiel des Zufalls“9 - sagt er selbst in einem Brief vom Mai 1799 an Ulrike von Kleist. Zahlreiche Interpretationen Kleists, wie etwa die von M. Kommereil, H. H. Holz oder H. R. Jauss'°, wei­sen eindeutig darauf hin, dass in seinen Werken erneut die antik-mythische Macht erscheint, und zwar gerade in dem schicksalsprägenden Charakter der nicht vorhersagbaren Wende und des nicht berechenbaren Ereignis­ses. Der Darsteller steht dem unerwarteten schicksalsprägenden Ereignis fast gelähmt und ohnmächtig ge­genüber, gerade in diesem ohnmächtigen Außer-sich-Sein wird er auf die Grundlagen seines Daseins zurück­geworfen, und dies ist die „leibliche Gegenwart“, von der Klossowski in seinem Werk zur Interpretation des Mythologems der Diana spricht. Als Unterjochte des unaussprechlichen Daseins erträgt sie wortlos die unbe­greifliche Veränderung, die sie durchläuft. In Kleists Werken, sei es Drama oder Epik, ist dieser unerwartete Charakter der Wende bestimmend, der Mensch wird gleichsam durch das Vergebliche der Tugend, der be­schränkten Verständlichkeit oder vollkommenen Unverständlichkeit des an den anderen gerichteten Wortes in die elementare natürliche, nicht zu durchschauende Umwelt zurückgeworfen und in seiner körperlichen Beschaffenheit untersucht. Besser gesagt wird in seinen Konflikten der bis auf das Körperliche entblößte, 141

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