Török Dalma (szerk.): Heinrich von Kleist. Miért éppen Kleist? (Budapest, 2016)
Függelék - Az irodalmi szemelvények lelőhelyei - Rövidítések jegyzéke
GRUSSWORTE CSILLA E. CSORBA: WARUM GERADE KLEIST? Im Jahr 2000 ist ein kleines Heft mit dem Titel Who’s Who in ICLM erschienen, herausgegeben von dem seitdem bereits verstorbenen dänischen Museumsdirektor Nils Oxenvad. Auf dem Umschlag ist ein Foto mit vielen Museologen zu sehen, in der Mitte die große Trias, der Leiter des Schiller-Nationalmuseums (Marbach am Neckar), Friedrich Pfäfflin, Nils Oxenvad und Wolfgang Barthel, der Mitarbeiter des Kleist-Museums in Frankfurt an der Oder. Ich habe zahlreiche Erinnerungen an die Zeit ab der Mitte der 1980er Jahre, an die Arbeit und die Treffen von ICOM/ICLM, bei denen sich die Mitarbeiter der Literaturmuseen aus Ost und West annäherten, und an diese drei prominenten Kollegen, die mit ihrer Persönlichkeit, ihrem fachlichen Engagement, ihrer herausragenden wissenschaftlichen Leistung nicht nur im literarischen Leben ihrer Heimat, doch auch in dieser kleinen internationalen Gesellschaft Großes schufen. Wolfgang Barthel, der ICLM mit seinem Wissen als Redakteur und Literaturhistoriker im Bereich der Literaturmuseen bereicherte, erkämpfte sich sogar in der noch spürbar misstrauischen politischen Atmosphäre zwischen Ost und West eine fachliche Anerkennung und wurde Partner von zahlreichen Initiativen, als ein hervorragender Kenner Kleists trat er in den Dialog mit seinen Kollegen, die Museen vertraten, die die Namen von Goethe, Schiller, Heine, Andersen, Ibsen und auch Petőfi trugen. „Er war einer der größten, kühnsten, höchstgreifenden Dichter deutscher Sprache, ein Dramatiker sondergleichen - überhaupt sondergleichen, auch als Prosaist, als Erzähler.“ Obwohl die Meinung Thomas Manns viel zählte, kam die Rolle, die Kleist im literarischen Kanon der 1980er Jahre in Ungarn spielte, noch nicht an jene Goethes heran. Das wundervolle Kleist-Museum blieb für mich als kleine Schmuckschatulle lange Zeit das Symbol einer Institution, die in einer öden Umgebung als eigenständige Entität ihren Kampf austrug. 132