Török Dalma (szerk.): „Nekünk ma Berlin a Párizsunk”. Magyar írók Berlin-élménye, 1900-1933 (Budapest, 2007)

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TAMÁS GAJDÓ: OSZKÁR BEREGI AUF DEUTSCHEN BÜHNEN Zahlreiche Schriften beschäftigen sich mit der Tatsache, dass recht viele Ungarn Mitglieder des Ensembles von Max Reinhardt waren. In diesem Zusammenhang könnten eine Reihe von Namen erwähnt werden, doch in Wirklichkeit arbeiteten nur Lili Darvas und Oszkár Beregi längere Zeit in dem Ensemble des deutschen Regisseurs, und nur sie beide erreichten durchschlagende Erfolge. Die Verfasser jener Texte, die über Reinhardt erschienen sind, haben allerdings nicht ergründet, was wohl dazu führte, dass Oszkár Beregi Ende des ersten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts in Berlin zu einem erfolgreichen Künstler wurde. Und vielleicht noch wichtiger als das: wie es möglich war, dass Max Reinhardt - der seine Laufbahn mit Wandertheatern begonnen hatte - im Deutschen Reich zu einem erfolgreichen Intendant wurde. Lajos Hatvány charakterisierte (in der Zeitschrift Nyugat) eine der bedeutendsten stilistischen Revolutionen der deutschen und europäischen Theaterkunst auf etwas profane Weise folgenderma­ßen: „Brahm, den puritanischen, kalvinistischen Juden, hat Reinhardt, der katholische Jude, verdrängt. Hier Genf, dort Rom. Und das Volk strömt zu der lauten, blendenden, von Weihrauch erfüllten, im goldbestickten Ornat zelebrierten römischen Messe. Bim-bam, dort ist ewig Ostern - dort dröhnen die Glocken... und hier spielen sie nur Theater.“1 Beinahe jeder Verfasser erwähnt die ungarische Herkunft Reinhardts. Auch Oszkár Beregi lässt dies nicht aus: „Max Reinhardt wurde 1873 in Baden bei Wien geboren. Nicht viele wissen, dass er als Sohn ungarischer Eltern als ungarischer Staatsbürger galt; so sehr, dass er, als er seine beiden Söhne legitimieren und die Mutter seiner Kinder, die großartige deutsche Schauspielerin Elsa Heims, heiraten wollte, vom ungarischen Innenministerium eine Genehmigung erbitten musste, um seinen Familiennamen, der Goldmann lautete, auch rechtsmäßig in Reinhardt zu ändern, was bis dahin nur sein Künstlername gewesen war. Dies war nicht einfach. In Ungarn genehmigte man die Namensänderung eigentlich nur, um die fremd klingenden Namen in ungarisch klin­gende umzuändern; den Namen Reinhardt aber kann man bei bestem Willen nicht als ungarisch klingend bezeichnen.“2 Reinhardt gelangte also vom östlichen Rand des deutschen Sprachraums in die Hauptstadt der deutschen Kultur, um dann die aus der Peripherie eintreffenden begabten Künstler, die entweder zu nationalen Vermittlern der Bestrebungen des Regisseurs wurden oder aber mit der deutschsprachigen Kultur verschmolzen, im Zentrum als geistiger Anführer anzuziehen. Die Karriere von Max Reinhardt ist kein einzigartiges Phänomen. Aus Lajos Barnay und Vilmos Karczag wurden Wiener Intendanten, Jenő Róbert wurde Intendant in Berlin, und in Hamburg leitete eine Zeit lang Nándor Heltai das Ensemble. Oszkár Beregi zeichnete die Geschichte, wie er nach Berlin gelangt war, zweimal (I 929 und in den Fünfziger Jahren) auf. Darauf gab aber allerdings keine Antwort, warum Reinhardt junge Talente aus Budapest unter Vertrag nahm. Typisch ist, dass Beregi auch 220

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