Török Dalma (szerk.): „Nekünk ma Berlin a Párizsunk”. Magyar írók Berlin-élménye, 1900-1933 (Budapest, 2007)
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dies anekdotisch erzählt, so verliert es sich - wie alle bedeutenden Ereignisse der Theatergeschichte - im Nebel der Legenden: „In Pressburg warf die deutsche Schauspielerei das erste Mal ein Auge auf mich, Ella Schlesinger, die holde Schauspielerin des Wiener Burgtheater, die Patentochter von Katalin Schratt, besuchte zuweilen Herrn Mautner, den furchterregend schwarzbärtigen Kritiker des Grenzboten. Sie machte den großen Lehrmeister der deutschen Schauspielerei, Strakosch, auf mich aufmerksam. Vermutlich schrieb sie ihm einen begeisterten Brief, denn der immer junge Strakosch machte sich sogleich nach Pressburg auf, um mich zu sehen.“3 „Natürlich“ war auch Alexander Strakosch, den offensichtlich wirtschaftliche Interessen dazu bewegten, begabte junge Menschen unter Vertrag zu nehmen, „ungarischer“ Herkunft. Der Beginn der Karriere von Oszkár Beregi in Ungarn kann außer mit seinen Erinnerungen auch durch andere Quellen dokumentiert werden. Erhalten geblieben ist jener Brief, in dem er von Klausenburg aus um einen Vertrag am Budapester Lustspieltheater fleht. Hier musste er allerdings eine Enttäuschung erfahren, und auch im Nationaltheater erkannte man sein Talent erst Jahre später. Anfang des Jahres I 900 verbrachte er einige Monate in Pressburg. Heute ist bereits kaum verständlich, warum er Strakosch damals nicht zusagte. Auf sein folgendes Engagement in Deutschland musste er bis 1908 warten. Man darf auch nicht außer Acht lassen, dass in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf den ungarischen Bühnen für das Publikum endgültig der Schauspieler zur wichtigsten Figur wurde. Dies wurde durch den einstigen Schauspielerkult der Romantik, durch die zentrale Rolle der Wanderschaupieler vorbereitet. In der Unterhaltungsindustrie der Großstädte erkämpfte sich das Theater, das Massen zu mobilisieren vermochte, einen vornehmen Platz. Es herrschte ein erbarmungsloser Kampf sowohl um das Publikum, als auch um Schauspieler und Schauspielerinnen, und in diesem hitzigen Gefecht meldete sich die Presse ebenfalls zu Wort. Die Kritiker interessierten sich ab 1910 sicherlich stärker für die Theaterreform Reinhardts, doch in den Jahren zuvor herrschte selbst in Deutschland noch der Starkult. Die Theaterzeitschriften schrieben von wundervollen Karrieren, über Schauspieler und Schauspielerinnen, die auf den Bühnen wie Kometen aufstiegen. Doch im Theater, das ein riesiges Unternehmen bedeutete und in das ernstzunehmende Summen investiert werden mussten, konnte man nicht herumexperimentieren. Die frisch engagierten Mitglieder konnten dem Publikum nur nach ernsten Vorbereitungen präsentiert werden. Ein Beleg dafür ist auch der Brief Max Reinhardts, den er nach dem Vertrag mit Beregi schrieb und in dem er dem Schauspieler die Rolle des Romeo anbot.4 Den Romeo hatte zuvor - worauf der Text des Briefes ebenfalls verweist - Alexander Moissi, ein Schauspieler albanischer Herkunft, gespielt. Das Debüt Beregis am 4. Oktober 1907 auf der Bühne des Deutschen Theaters ließ ihn in dieser Rolle im 22 1