József Antall szerk.: Aus der Geschichte der Heilkunde / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 13-14. (Budapest, 1984)

Aus der Geschichte der Medizin und der Pharmazie Ausstellungsführer (J. Antall, K. Kapronczay, Z. Pataki, M. Szlatky, M. Vida)

Aus triaco-Provincialis" (Preß burg, 1779), die die Verordnung des Statthalter­rates Nr. 1335 vom 20. März 1779 in Ungarn obligatorisch machte. 79 Im folgenden Schaukasten sind die Werke berühmter Professoren der zuerst nach Buda, dann nach Pest umgezogenen Universität ausgestellt : Vencel Trnka (1739—1791), der von 1770 an Universitätsprofessor in Tÿrñau war und von 1786—87 Rektor der Pester Universität; Sámuel Rácz (1744—1806), dem Professor der Physiologie in Buda und Pest, dem Bahnbrecher des Medizin­unterrichtes in ungarischer Sprache. Sámuel Rácz war ein heiß patriotischer Arzt. „Er war der erste unter uns, der ungarisch zu sprechen wagte!", schrieb ein Schüler über ihn. (Damals mußte an den Universitäten in lateinischer Sprache vorgetragen werden). Ferenc Toldy schrieb über ihn : „Angefangen von der Anatomie und der Physiologie hat er hin bis zur Pathologie und Heilkunde die gesamte medizinische Wissenschaft erarbeitet ." Seine Werke waren die ersten ungarischsprachigen Lehrbücher an der Budaer und Pester Universität: Medizinische Praxis (Buda, Universitätsdruckerei, 1801). Dann folgen Doku­mente, die mit der Tätigkeit der Universität in Zusammenhang stehen: die Lehrordnung der drei Fakultäten der Pester Universität aus dem Studienjahr 1792/1793, ein Nachweis über die im Studienjahr 1789/1790 diplomierten Studenten und eine Ärztemeinung mit den Unterschriften von Jakab Winter , Sámuel Rácz und Vencel Trnka aus dem Jahre 1785. Das hervorragendste Ausstellungsstück der Vitrine ist der mit Hand auf Pergament gemalte Adels­brief von György Stáhly, den dieser von Kaiser Franz I. (1768—1836) verliehen bekommen hat. Der seltene Stich eines unbekannten Meisters verewigt den 80 Besuch von Franz I. im Jahre 1789 im Lugoser Lazarett. Dieser Stich ist medi­zinhistorisch darum sehr wertvoll, weil wir vom Inneren eines zeitgenössischen Krankenhauses in Ungarn sonst keine Darstellung besitzen. VIII Das schönste Stück des besonders umsichtig verwahrten anatomischen Museums materials ist die lebensgroße Frauenfigur in Wachs (moulage), die zur Hebung des medizinischen Unterrichts in Ungarn zusammen mit mehreren anderen Wachsschaustücken von Joseph II. (regierte von 1780 bis 1790) im Jahre 1789 der medizinischen Fakultät der Universität Pest geschenkt wurde. Die Wachsfigur stammt aus der Wachsfigurenwerkstatt im florentiniscħen Pitti-Palast, deren Leiter, der gelehrte Abt Felice Fontana (1730—1802), die bedeutendsten Wachsbildhauer Italiens in dieser Zeit unterwies. Die weibliche Wachsfigur des Museums dürfte das Werk von Ferrini oder von Clemente Susini sein. Die geöffnete Brust- und Bauchhöhle der liegenden Frauenfigur läßt die inneren Organe, Nerven und Adern sehen. Über die den Unterrichts zwecken entsprechende „ wir klichkeits treue" Darstellung hinaus verrät die Gestaltung der Figur die Merkmale einer künstlerisch anspruchsvollen Arbeit von hohem 81 Niveau. Aus der selben Werkstatt dürften die weiteren Demonstrations­54

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