József Antall szerk.: Aus der Geschichte der Heilkunde / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 13-14. (Budapest, 1984)
Aus der Geschichte der Medizin und der Pharmazie Ausstellungsführer (J. Antall, K. Kapronczay, Z. Pataki, M. Szlatky, M. Vida)
stücke stammen, die verschiedene Körperteile und Organe veranschaulichen. Diese haben wir im Tÿrñauer Schaukasten und davor ausgestellt, waren sie doch unerläßliche Anschauungsmittel des Universitätsunterrichtes. 2. Medizinische Praxis im Ungarn des 18. Jahrhunderts Der Arzt erhielt seine wahre Rolle im Leben des alltäglichen Menschen am Krankenbett, was sehr anschaulich durch den Kupferstich „Der Besuch des Arztes" von William Freñch illustriert wird. In der ersten, hohen Vitrine der sich inmitten des großen Saales hinziehenden Vitrinenreihe haben die „Arbeitsinstrumente" des praktisierenden Arztes ihren Platz erhalten. Bis heute unentbehrliches Requisit der ärztlichen Praxis sind die die Instrumente des Krankenbesuche unternehmenden Arztes enthaltende Tasche, die auch die zum schnellen Eingreifen erforderlichen Medikamente enthält bzw. die Reise-Arzneikiste. Unter den im Besitz des Museums befindlichen haben wir die Schönsten in der Vitrine ausgestellt. Die die Zeichen des österreichischen Spätbarock — des sog. Maria-Theresia-Stiles — an sich tragende Kiste aus 83 Nußbaumholz ist auch von kunsthandwerklichem Standpunkt aus ein sehr wertvolles Stück. Innen- und Außenseite des gewölbten Deckels sind reich mit Intarsien verziert. An den Seiten befinden sich geschwungene, hochklappbare, verzierte Handgriffe, die dazu noch vergoldet sind. Die Kiste ist in Stockwerke eingeteilt und hat oben 31 Fächer. In den Fächern sind weiße geschliffene Fläschchen mit Tulpenmuster und Zinnverschlüssen, unten in der Geħeimlade ist zwischen sechs zylindrischen Zinntiegeln Platz für Instrumente. Die feine Zeichnung des Schliffs der Fläschchen und die praktische Anordnung der Instrumententruhe lassen darauf schließen, daß der Besteller nicht nur das Schöne bevorzugte, sondern auch als Arzt an seinem Beruf hing. Neben der Truhe eine Arzneibehälter aus Porzellan (französisch, Ende des 18. Jahrhunderts), eine Arzneischachtel mit der Signatur der Verebélyer Apotheke, eine Arzneifiola aus Kupfer sowie Arzneilöffel. Ein interessantes schriftliches Dokument der Tätigkeit des aus Tschechows Dramen gut bekannten Arztes, der die Dörfer bereist, ist der Vierteljahres berieĥt des Chirurgen István Ketskeméty aus dem Jahre 1785 über seine Patienten aus dem Umkreis von Kecskemét. Eines der interessantesten Stücke des Schaukastens ist die von einem Schmied gefertigte zeitgenössische Kaffeemühle, zu der das Kapitel über den Kaffee (A Koffe, Kaffé vagy Kávéról) aus dem Band von Mátyus 84 eine entsprechende Erläuterung bietet. In der zeitgenössischen ungarischen Literatur der Heilkunde sind die populärwissenschaftlichen Bücher für die Heilmethoden im Heim von den medizinischen Fachwerken zu unterscheiden. Von beiden Arten sind einige typische Exemplare ausgestellt. Zu den Veröffentlichungen der Art „Arzt im Heim" 55