József Antall szerk.: Aus der Geschichte der Heilkunde / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 13-14. (Budapest, 1984)
Aus der Geschichte der Medizin und der Pharmazie Ausstellungsführer (J. Antall, K. Kapronczay, Z. Pataki, M. Szlatky, M. Vida)
AUS DER GESCHICHTE DER MEDIZIN UND DER PHARMAZIE (AUSSTELLUNGSFÜHRER) I. DIE HEILKUNDE IM ALTERTUM UND IM MITTELALTER D ie Kenntnis der Heilung ist fast ebenso alt wie die Menschheit. Notwendigkeit, Instinkt und vor allem Erfahrung lehrten den Menschen, seine Gesundheit durch Heilung wiederherzustellen. Die Sachdenkmäler und das andere Illustrationsmaterial der mit dem Neolithikum beginnenden und mit dem späten Mittelalter schließenden Ausstellung und ihre hervorragenden Punkte: die Verfasser der acht ägyptischen Papyri, Hippokrates und die altgriechische Ärzteschule, die auf dem Gebiet des römischen Reiches lebenden großen Ärzte sowie die arabische Medizin belegen die entwicklungshistorische Linie der Heilkunde. Von der aus religiösem Aberglauben bestehenden und von unbekannten Naturkräften beeinflußten primitiven Heilkunde gelangen wir über die Naturbeobachtungen verwertende Heilkunst der Völker des antiken Ostens zur rational aufgebauten und auch die Erscheinungen klassifizierenden hippokratischen Medizin. Das Wissen der Griechen wurde — besonders auf dem Gebiet der praktischen Chirurgie — von den Ärzten des römischen Reiches weiterentwickelt. Nach dem Verfall der in Schemen verhafteten byzantinischen Ärztekultur rettete die auf den Menschen gerichtete Anschauung des Islams die Ergebnisse der hellenistischen Wissenschaft in das Mittelalter und selbst in die Neuzeit hinüber. /. Die Heilkunde der Ur- und Naturvölker Für die Medizin der primitiven Völker war es charakteristisch, daß sie die Heilpraxis auf Aberglauben und mystische Elemente aufbaute, war sie doch unfähig, die wahren Krankheitsursachen zu entdecken. Innerhalb der Grenzen ihres Wissens jedoch wußte sie die primitiven Gerätschaften in bedeutendem Maße auszunutzen. Mit dem Sammeln von schmerzlindernden Heilkräutern führte sie die auch in unseren Tagen gängige Praxis ein. Zu den frühesten Sachgütern der Ausstellung gehört die aus dem Neolithikum stammende Darstellung der kultischen Urmutter sovie ein Fruchtbarkeitssymbol. Der trepanierte Frauenschädel aus der Zeit der ungarischen Land31