József Antall szerk.: Aus der Geschichte der Heilkunde / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 13-14. (Budapest, 1984)

Aus der Geschichte der Medizin und der Pharmazie Ausstellungsführer (J. Antall, K. Kapronczay, Z. Pataki, M. Szlatky, M. Vida)

nähme ist ein sehr wertvoller medizingeschichtlicher Fund, denn die auf dem Schädel befindlichen Wundmale bezeugen, daß die Kranke eine schwere Ope­ration überlebt hat. Sehr interessant sind auch die aus Südafrika stammenden Heilkräuter und Gerätschaften zur „Diagnostik" eines Medizinmannes, welche die Heilkunde der in der Wildnis lebenden primitiven Stämme vorstellen. Die pulverisierten Arzneien wurden in Horn aufbewahrt, um sie vor Feuchtigkeit 38 zu schützen. Das „Kurare", ein Pflanzenextrakt mit zweifacher Wirkung, ist in einem ausgehöhlten Kürbis aufbewahrt und kommt aus Venezuela. Im Darmtrakt wirkt es als krampflösendes Mittel, gerät es aber in die Blutbahn, ist es ein tödliches Gift. Das war das Pfeilgift der Indianer. Der Schrumpf köpf, „Sansa", war bei den Indianern ein Fetisch mit Zauberkraft: beim Fruchtbar­keitsritual trugen die Kämpfer den Schrumpfkopf des ermordeten Feindes am Hals. (Eine im Originalmaß angefertigte Nachahmung aus Ziegenleder.) Des weiteren stellen wir noch eine Maske zur Vertreibung von Krankheiten sowie einen aus Gazellenhorn gefertigten Schlangenfetisch vor. 2. Die Heilkunde im alten Ägypten Die geschriebene Geschichte der Medizin beginnt mit den babylonischen Ton­tafeln (ostrakon) und mit den altägyptischen medizinischen Papyri. Man könnte denken, daß die beim Einbalsamieren gebotenen Möglichkeiten — die Entdeck­ung der inneren Geheimnisse des menschlichen Körpers — fruchtbar auf das anatomische Wissen der Ägypter gewirkt haben. Aber die alten Ägypter hielten den Leichnam für unrein, und deshalb nahmen die Priesterärzte — die Priester der Göttin Sekhmet — nicht an der Mumifizierung teil. Diese wurde von in einer besonderen Nekropolis lebenden Balsamierern ausgeführt, die über keine medi­zinischen Kenntnisse verfügten, so daß die Ärzte ihre anatomischen Kenntnisse nicht aus dem menschlichen Körper, sondern aus Tieranalogien schöpften. 40 Der aus ptolemäischer Zeit stammende Mumienkopf ist gut konserviert : in der Augenhöhle sind die Augen verblieben und am Schädel ist keine Öffnung zu finden, die auf das Herausnehmen des Gehirns hinweisen würde. Die ärztliche Praxis und die Magie sind untrennbar voneinander, so bestand das Ziel des Balsamierens in der magischen Vorbereitung des ewigen Lebens. Neben Osiris, dem Gott der Erneurerung der Natur und der kleinen Bronzeskulptur von Isis, der Göttin der Magie, erhielten Denkmäler des Totenkultes ihren Platz: eine Falkenmumie, eine Mumienbinde und das Bruchteil einer Falkenstatue. Hierzu gehören auch noch die Amulette: das aus Karneol geschnittene Horus-Auge zum Schutz gegen den bösen Blick, das das Blut der Isis symbolisierende Herz, die das Rückgrat des Gottes Osiris darstellende Säule aus blauer Fayence, eine aus dem 7.—6. Jahrhundert v.d.Z. stammende Säule, welche die Wiedergeburt symbolisiert. Unter den Skarabäus-Amuletten, welche ein langes Leben 32

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