J. Antall szerk.: Medical history in Hungary. Presented to the XXII. International Congress for the History of Medicine / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 4. (Budapest, 1970)
ESSAYS-LECTURES - K. Kapronczay: Comenius and Hygienic Education (in German)
Abb. 2. Immerhin sieht Comenius klar, dass die Arterien die Lebensadern sind, wenn er das Her¾ als Zentrum des Lebens auch falsch interpretiert. Seiner Erklärung nach tragen die Adern das Leben aus dem Herzen in den Körper, und das Blut ist zugleich Träger des Lebens. Ähnlich findet man in seinen Darlegungen über den Zusammenhang von Gehirn und Bewegung richtige und falsche Feststellungen. Diese Funktion wird von Comenius im wesentlichen richtig präzisiert, doch schreibt er den Sehnen eine sonderbare Rolle zu. Seiner Auffassung nach sind es die Sehnen, die die „Empfindlichkeit" — heute sagen wir die Reize — weiterleiten, und das ist wiederum falsch. Zur Zeit des Comenius war, das Nervensystem noch nicht bekannt, und es gab nur Ahnungen über die Beziehung von Gehirn und Bewegung. Das Nervensystem ist tatsächlich in die Muskeln und in die „Sehnen" eingebaut, daher auch die falsche Auffassung des Comenius über die Beziehung von Muskeln und Gehirn. In der Lektion über die äusseren und inneren Empfindungen schreibt Comenius über die Sinnesorgane (Abb. 3.). Hier werden die Funktion von Augen, Nase, Zunge und Ohren erfahrungsgemäss gut präzisiert, bei der Beschreibung der Funktion der Hände verleitete ihn jedoch die Erfahrung zu falschen Folgerungen. Comenius sieht richtig, „die Hand erkennt durch Tasten die Menge und die Beschaffenheit der Dinge, unterscheidet warm und kalt, feucht und trocken, hart und weich, glatt und uneben, schwer und leicht ." [15] Ohne gründliche Kenntnis des Nervensystems, nur aufgrund der Erfahrung kann er jedoch die „Empfindung, Empfindlichkeit" mit dem Gehirn nicht verknüpfen, um dadurch eine reelle Erklärung zu geben. Die Unkenntnis der Funktion der sensorischen Nerven und der neurologischen Eigenschaften führt bei Comenius zu den interessanten, heute jedoch belächelten Folgerungen. Ähnlich verhält es sich auch mit der Auffassung des Comenius von der Seele. Die „Eigenschaften" wie 88