Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti közlemények 222-225. (Budapest, 2013)

ADATTÁR - Makovitzky, Josef: Emlékezés Philipp Schwartz professzorra, aki 1933-ban megalapította a Külföldön Élő Német Tudósok Szükségközösségét

220 Comm, de Hist. Artis Med. 222—225 (2013) Um den Emigranten persönlich zu schaden, wurden viele von ihnen als angebliche Kommunisten denunziert. Dieses Faktum wurde seitens der türkischen Regierung sehr rasch durchschaut. Sie blieb bei Ihrer gastfreundlichen Haltung - trotz der Interventions­versuche von Herbert Scurla, der sich 1939 bei der türkischen Regierung dafür einsetzte, dass die antifaschistischen Professoren gegen linientreue reichsdeutsche Professoren ausge­tauscht werden (3). ln der Türkei und in der Fachliteratur wird Prof. Schwartz zu den Pionieren der Neonato­logie gezählt. In seiner Amtszeit wurde die Pathologie ein Prüfungsfach im medizinischen Curriculum. Das Institut für Pathologie in Istanbul arbeitet auch heute noch nach den Vorstel­lungen von Prof. Schwartz. Einerseits verlangte er viel von den Studenten, andererseits setzte er sich für sie ein. Mit seinen Reformplänen erreichte er viel, das bis heute Wirkung zeigt. Bereits 1934 begann er mit dem Anlegen einer Fall-Sammlung von interessanten histologi­schen Präparaten. Seit 1942 leitete er die ersten klinisch-pathologischen Konferenzen. Was geschah mit Prof. Dr. Schwartz nach dem Krieg? 1951 wurde er rehabilitiert. Er bemühte sich um eine Anstellung an der Universität Frankfurt am Main, bekam aber eine klare Ablehnung. 1957 folgte eine neuerliche Ablehnung; die Medizinische Fakultät teilte dem Kurator der Universität mit, „ dass sie gegen die vorgesehene finanzielle bzw. wirt­schaftliche Entschädigung keine Einwendungen habe“, dass man aber eine etwaige spätere Nominierung schon aus Altersgründen ablehne (24). 1953 übersiedelte Schwartz in die USA, wo er als Chef des Pathologischen Institutes am Warren State Hospital im USA-Bundesstaat Pennsylvania tätig wurde. Die Ablehnung der Frankfurter Universität mitsamt der Begründung war leider charak- te- ristisch für die damalige Zeit. Bis 1948 wurde eine möglichst vollständige , fntnazifizie- rung“ der deutschen Universitäten angestrebt; ab 1952 hat sich die Situation rasch verän­dert: Viele politisch belastete Hochschullehrer erhielten wieder ihre alten Positionen. Als diese Praxis publik wurde, kehrten zahlreiche ehemals führende Professoren und Wissen­schaftler (wie z. B. Lise Meitner) nicht mehr nach Deutschland zurück. Bis vor kurzem wurden in mehreren Anatomischen Instituten Deutschlands und Österreich für den Unter­richt makroskopische Präparate, die aus Konzentrationslagern stammten, verwendet. Die Erinnerung an Prof. Schwartz ist sowohl in der Türkei als auch in Deutschland le­bendig geblieben. Anlässlich seines 25. Todestages im Jahr 2002 wurde ein Gedenksympo­sium an der Universität Frankfurt am Main abgehalten. An den Beginn der wissenschaftli­chen Arbeit von Schwartz in Frankfurt erinnerte sich ein ehemaliger Oberarzt der Universi­tätskinderklinik mit folgenden Worten: „Da gab es einen fleißigen, jungen Pathologen, der unter der Treppe schlief und unentwegt Kinder sezierte. “ Prof. Dr. Pechstein, der bekannte Kinderneurologe, hat die Verdienste von Schwartz so gewürdigt: „ Möglicherweise hätte eine perinatale Medizin schon viel eher entstehen kön­nen, wenn Schwartz nicht aus Deutschland vertrieben worden wäre. “ 1967 wurde für Prof. Schwartz im Warren State Hospital (Pennsylvania) eine Abteilung für experimentelle geriatrische Forschung eingerichtet. Ab dem Jahr 1960 bereiste Prof. Schwartz ganz Europa. Unter anderem war er mehr­mals in Ungarn. Im Oktober 1962 besuchte er in Begleitung von Prof. Hubert Csermely das Institut für Pathologie der Universität Pécs und dessen Direktor Prof. Dr. György Rom há­ny i (1905-1991), der durch seine Forschung auf dem Gebiet der polarisationsoptischen Histochemie international bekannt war.(l 1)

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