Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti közlemények 222-225. (Budapest, 2013)

ADATTÁR - Makovitzky, Josef: Emlékezés Philipp Schwartz professzorra, aki 1933-ban megalapította a Külföldön Élő Német Tudósok Szükségközösségét

MAKOVITZK.Y, Josef: Erinnerung an Professor Philipp Schwartz 221 „Uns verbindet die Amyloidforschung", sagte Prof. Schwartz und erzählte, daß Prof. Peter Ladewig bei jeder Gelegenheit die polarisationsoptischen Untersuchungen von Prof. Romhányi würdigte. Schwartz und Romhányi waren aus dem gleichen Holz geschnitzt: engagierte Dozenten und Forscher, klinisch orientierte Pathologen und Diagnostiker. Sie haben einander sehr gut verstanden. Der Verfasser durfte als junger Assistent dem Besu­cher ein makroskopisches Präparat präsentieren (eine Thrombose in der Arteria carotis in­terna rechts). Dann wurde noch ein makroskopisches Präparat vorgestellt (ein Bronchusadenom, das wiederholt Retenstionspneumonien verursacht hatte und als Folge der chronischen Entzün­dung eine Milz- und Nierenamyloidose). Danach hat mich Schwartz gefragt, woher ich komme und wie viele Sprachen ich spreche? Er selbst hatte ein ausgeprägtes Talent für Sprachen und konnte sich auf Ungarisch, Deutsch, Serbisch, Englisch, Französisch und Türkisch verständigen. In der Türkei hat Schwartz damals zahlreiche Tuberkulosekranke seziert. Er verwendete u. a. den Begriff der endogenen Lymphadeno-Reinfektion. Später hat er sich mit Altersa­myloidforschung beschäftigt, ln der Türkei veröffentliche er 30 Publikationen und 8 Lehr­bücher. Er blieb bis ins hohe Alter geistig frisch und arbeitete täglich 10-12 Stunden. Auf Einladung von Schwartz besuchte 1965/1966 Dr. Gábor Kelényi (1926-2006, da­mals Dozent am Institut für Pathologie der Universität Pécs) das Warren State Hospital. Dr. Kelényi beschäftigte sich mit den Färbeeigenschaften des Amyloids. Er publizierte seine Ergebnisse 1967 in der Acta Neuropathologica (9). Anlässlich des 50-jährigen Habilitationsjubiläums wurde Prof. Schwartz 1972 in Frank­furt am Main vom Rektor der Universität persönlich begrüßt. Prof. Schwarz besuchte seinen alten Kollegen Prof. Oscar Gans, der zwischenzeitlich nach Indien geflüchtet war und mit 61 Jahren wieder als Klinikdirektor an die Dermatologische Klinik der Universität zurückgekehrt war. Das demokratische Deutschland hat Prof. Schwartz rehabilitiert. Die größte Anerken­nung, die Ehrenpromotion, wurde ihm 1973 von der Universität Istanbul zuerkannt. In seiner Antwort bedankte er sich für diese Auszeichnung und kommentierte seinen Aufent­halt in der Türkei mit den Worten. „Es war die schönste Zeit für meine Familie und für mich, und wissenschaftlich die effektivste Zeit in meinem Leben. “ (17). 1974 war Schwartz zum letzten Mal in Ungam. Er nahm an der VII. internationalen Tagung für Neuropathologie, in Budapest mit zwei Vorträgen teil. (19,20) 1977 verstarb Prof. Schwartz in Florida. Seine Tochter, die heute in Zürich lebt, veran- lasste nach dem Tode ihrer Mutter (1992) die Überführung der Urne ihres Vaters. Die letz­te Ruhestätte der Eltern befindet sich im Stadtziircher Friedhof. Am 30. Mai 1985 sprach der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker anläss­lich der Enthüllung einer Gedenktafel für die deutschen Emigranten am Eingang der Uni­versität Istanbul über die Diaspora am Bosporus: „ 1933 zog in Deutschland eine unheilvolle Zeit herauf Sie zwang eine große Zahl aka­demischer Lehrer, ihre Heimat zu verlassen und sich - zumeist mittellos - ein neues Leben in Ausland aufzubauen. Diese Zeit fand erst 1945 in furchtbaren Zerstörungen und unsag­bar schwerem menschlichen Leid ein Ende. Als Wissenschaft nicht mehr dem Gewissen folgen durfte, sondern unter das Diktat einer rassistischen und verbrecherischen Ideologie gezwungen werde sollte, verließen viele der besten und aufrichtigsten Gelehrten unser

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