Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti közlemények 222-225. (Budapest, 2013)

ADATTÁR - Makovitzky, Josef: Emlékezés Philipp Schwartz professzorra, aki 1933-ban megalapította a Külföldön Élő Német Tudósok Szükségközösségét

216 Comm, de Hist. Artis Med. 222—225 (2013) Bis zum heutigen Tag tauchen immer wieder neue Dokumente aus den Archiven des KGB oder CIA auf, welche die Brutalität des Hitler-Regimes demonstrieren. Die Zeit des Ausblutens der deutschen Wissenschaft beginnt. An 21 deutschen Univer­sitäten werden Bücher verbrannt! Insgesamt wurden 12.400 Bücher (Literatur und Wis­senschaft) u. a. von Autoren wie Franz Kafka. Heinrich Mann, Thomas Mann, Erich Käst­ner, Stefan Zweig, Kurt Tucholsky und Franz Werfel den Flammen übergeben. Die 1911 gegründete Kaiser- Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften gehörte 1933 zu den national und international bedeutendsten Forschungseinrichtungen. Der Beginn der NS-Herrschaft bedeutete für die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft einen tie­fen Einschnitt, da sie innerhalb kurzer Zeit aus rassischen und politischen Gründen zwei Drittel der in ihr tätigen Forscherinnen und Forscher verlor (16). Zu den großen Namen zählten: Max Bergmann, Max Delbrück, Albert Einstein, Richard Goldschmidt, Fritz Haber, Lise Meitner, Otto Meyerhof, Carl Neuberg, Ernst Ravel, Cécile und Oskar Vogt (14,15,16). In dieser Situation organisierte Prof. Dr. Philipp Schwartz in Zürich die Notgemein­schaft Deutscher Wissenschaftler im Ausland (13). Woher kam dieser edle Mensch, der so viel Organisationstalent besessen hat? Er wurde 1894 im damals zum Königreich Ungam gehörenden Werschetz (Versec, Vrsac) inmitten des Banats geboren. Heute liegt die Stadt in Serbien. Philipp Schwartz studierte an der Universität Budapest von 1913 bis 1919 Me­dizin. In seinen Universitätsjahren und danach von 1919-1921 war er im Institut für Patho­logie vorerst Demonstrator, später Assistenzarzt. Danach wurde Philipp Schwartz Mitarbei­ter bei Bernhard Fischer- Wasels am Institut für Pathologie der Universität Frankfurt am Main. Er hat sich dort 1926 habilitiert. Bereits 1927 wurde er zum außerordentlichen, nicht beamteten Professor ernannt (1, 10, 17). Schwartz war ein Pionier der Perinatologie in Deutschland und Europa. Noch 1964 veröffentlichte er eine späte Arbeit mit dem Titel Geburtsschäden bei Neugeborenen (18). Im Frühjahr 1933 war Schwartz von Kollegen gewarnt worden, dass seine Verhaftung unmittelbar bevorstünde. Daraufhin floh er mit seiner vierköpfigen Familie nach Zürich. Dort traf er gleichfalls aus Deutschland geflohene Kollegen der Universitäten Frankfurt, Berlin, Würzburg und Freiburg. Er rief die Notgemeinschaft ins Leben und gab in der Neu­en Zürcher Zeitung eine zentrale Beratungsstelle für deutsche Gelehrte bekannt. In den nächsten Wochen erhielt diese Beratungsstelle sehr viele postalische Anfragen aus Deutschland und aus der Schweiz. Innerhalb der ersten drei Monate hat Schwartz die Beratungsstelle aus eigener Tasche finanziert (17). In der Türkei wurde damals der Staat neu organisiert und modernisiert. Motor und Schutzherr dieses Erneuerungsprozesses war der Staatspräsident Kemal Atatürk (1881- 1938). Er führte das lateinische Alphabet ein und wollte die türkischen Universitäten (Is­tanbul und Ankara) nach europäischem Vorbild umgestalten. Prof Dr. Albert Manche (Professor für Pädagogik/Genf) kam die Aufgabe zu, zahlrei­che vorwiegend deutschsprachige Professoren für diese gigantische Aufgabe zu gewinnen. Am 5. Juli 1933 standen einander am Bahnhof von Istanbul Prof. Schwartz und Prof. Kerim (ein Mathematiker, der selbst in Göttingen studiert hatte) erstmals gegenüber. Prof. Kerim war Mitglied der türkischen Hochschul-Reformkommission. Jahre später veröffent­lichte Prof. Schwarz den damals stattgefundenen Dialog mit Prof. Kerim: „Er teilte mir mit, dass ich in einigen Stunden nach Ankara, dem Regierungssitz, abzureisen hätte und

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