Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti közlemények 214-217. (Budapest, 2011)

KÖZLEMÉNYEK - Makovitzky, Josef: Connection between Lev Tolstoy and Dusan Makovicky

Makovitzky, J. : Die Beziehungen zwischen Lew Tolstoi und Dusán Makovitzky 119 ressant ist, dass er während der letzten drei Tage seines Lebens noch gearbeitet hat. Seiner Tochter Alexandra hatte er seine Gedanken über Gott diktiert, und in seinem Buch „Für alle Tage“ ab und zu gelesen. Er blätterte immer wieder in den Büchern „Der Begriff des Gottes“ von P. Nikolaew sowie „Über den Glauben“ von Nowoselow. Am dritten Tag seiner Krankheit sprach er offen über den Tod, als Dusán Makovicky ihm mitteilte: „Sie haben eine Lungenentzündung.“ Zwei Stunden vor seinem Tode sagte er: „Ich denke, ich werde sterben!“ Dann wies er auf das Schachspiel hin. „Jetzt kommt der letzte Zug: Matt! Ihr sollt mir alle verzeihen, dass ich Euch so viele Unannehmlichkeiten verursacht habe!“ Tolstoi wunderte sich, dass sich seine Söhne in Astapowo eingefunden hatten. Seine letzten Worte richtete er an seinen Sohn Sergej: „Sergej, ich liebe die Wahr­heit, vieles...(er war schon verwirrt).... ich liebe Euch alle!“ Seine letzten Sätze waren auf Russisch: „Ja ne hotschu porfin“ (ich will kein Morphin). Er war schon so verwirrt, dass er anstelle des Buchstabens M den Buchstaben P aussprach. Sein Bewusstsein hatte er nicht verloren. Unmittelbar vor seinem Tode rief Dusan-Makovicky Tolstoi mit seinem Namen. Dieser öffnete die Augen, schaute Dusán an, sprach aber nicht mehr. Dann schwand der Puls. Am 20. November 1910, nach 4-tägigem Leiden, schloss Dusán Makovicky die Au­gen von Tolstoi. Einer der Konsiliarärzte teilte den draußen wartenden Menschen den Tod von Lew Tol­stoi mit. Alle nahmen ihre Hüte ab und schluchzten. Später sprachen sie über das literari­sche Erbe von Tolstoi: über die Romane „Hadschi Murat“ und „Vater Sergius“. Das letzt­genannte, es handelt von einem Pater, der sich in die Einsamkeit zurückgezogen hat, kann man als Autobiographie von Tolstoi auffassen. Zwei Dramen wurden gefunden „Zhivoj Trup“ (Der lebende Leichnam) sowie „Und das Licht erscheint in der Finsternis“. Neben mehreren Novellen wurden 30 Manuskripte gefunden. Irgendwann fragte der Journalist Dusán Makovicky nach dessen Plänen. Dieser antwortete darauf, bescheiden im „Makovicky-Stil“: „Über mich sprechen wir bitte nicht, hier ist und bleibt die Hauptperson Lew Tolstoi, der große russische Schriftsteller.“ Nach einiger Zeit ergänzte er jedoch: „Ich werde mein Leben in Jasnaja Poljana zusammenfassen. Zunächst werde ich das Tagebuch nicht verlegen, es bleibt eine wichtige Quelle für die zukünftige Tols­toi-Forschung. Eine Weile werde ich in Rosenberg bleiben, mich von den Ereignissen erho­len, dann kehre ich nach Jasnaja Poljana zurück, dort ist eigentlich mein Platz.“ Als Mako­vicky nach Jasnaja Poljana zurückkehrte, wurde er als Spion der Donau-Monarchie angese­hen. Andererseits hat ihn Österreich-Ungarn als russischen Spion verdächtigt. Große Veränderungen traten nicht ein. Gräfin Sofja arbeitete, kümmerte sich um die wirtschaftlichen Angelegenheiten und um den Haushalt. Der Sohn, Graf Lew, war in Paris bei Rodin und draußen, unter seinen geliebten Eichenbäumen lag Lew Tolstoi: Er ist zur letzten Ruhe gekommen, die er gesucht hat! Jasnaja Poljana ist heute Gedenkstätte und Museum für Tolstoi und wird von einem Urenkel betreut. Im November 1912 erwarb die Stadt Moskau das Haus der Familie Tolstoi. Heute befindet sich dort das Staatliche Tolstoi- Museum. Als Pazifist protestierte Dusán Makovicky mit zahlreichen Schülern Tolstois gegen den Ersten Weltkrieg. Die Protestierenden wurden zerstreut und Dusan-Makovicky verbrachte 10 Monate Freiheitsstrafe in der Justizanstalt von Tula. Er wurde begnadigt und kehrte zu seiner täglichen Arbeit in die Praxis zurück, d. h. jeden Tag hielt er Sprechstunden ab und versorgte zusätzlich noch 82 Dörfer.

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