Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti közlemények 214-217. (Budapest, 2011)

KÖZLEMÉNYEK - Makovitzky, Josef: Connection between Lev Tolstoy and Dusan Makovicky

120 Comm, de Hist. Artis Med. 214—217 (2011) Er schonte sich nicht bei der Arbeit und setzte sich dabei einer Infektion aus. Er er­krankte am Flecktyphus. Seine Genesung hat er Matrena Konstantinova Orheeva, einer aufopferungsvollen Krankenschwester, zu verdanken. Er heiratete sie später und nahm sie 1920 in die neu entstandene Tschechoslowakei nach Rosenberg mit. Einen Teil seiner Ta­gebücher überließ er dem Tolstoi-Museum in Moskau. Während seiner Fleimreise sind mehrere Koffer verloren gegangen, die erst später nach seinem tragischen Tode wieder auftauchten. Dusán Makovicky, der ein toleranter Weltbürger war, musste zur Kenntnis nehmen, dass die neuen Machthaber in der Tschechoslowakei seinen Cousin, den evangeli­schen Pfarrer, in Untersuchungshaft nahmen, weil er weiterhin in drei Sprachen (slowa­kisch, ungarisch und deutsch) predigte. Dusán Makovicky fand seinen Platz nicht mehr. Er sollte ursprünglich die Stelle des Amtsarztes in der Stadt Turciansky Sväty-Martin (Turócszentmárton, Turz-Sankt-Martin) annehmen. Seine Antwort war eindeutig: „Danke, ich kann nicht kommen. Ich bin noch nicht in einem solchen Zustand, dass ich mit meiner ärztlichen Tätigkeit anfangen kann.“ Bei ihm traten schwere Depressionen auf. Am 12. März 1921 erhängte er sich in Ro­senberg. Nach seinem Tode wurde die Tochter Dorothea geboren, die später in Budapest als praktizierende Ärztin (Schulärztin) arbeitete. Das Tagebuch von Dusán Makovicky ist eine der wichtigsten unzensierten Quellen der Tolstoi-Forschung. 1924 ist ein Teil dieses Tagebuches (die Jahre 1904 und 1905 betreffend) in tschechischer Sprache erschienen. 1979 wurde das Tagebuch von Dusán Makovicky nach mehrjähriger Forschungsarbeit durch die Sowjetische Akademie der Wissenschaften und das Tolstoi-Museum in vier Bän­den herausgegeben. Für diese Ausgabe wurden tschechische und slowakische Tolstoi- Forscher in die Arbeit mit einbezogen. Die Ausgabe mit dem Titel „Bei Tolstoi in Jasnaja Poljana - das Tagebuch von Dusán Makovicky” wurde von Zsigmond Gerencsér in die ungarische Sprache übersetzt und vom Europa-Verlag in Budapest 1999 herausgegeben. Gerencsér betreute diese Ausgabe und ergänzte sie mit zahlreichen Bemerkungen. Der Ungar Zsigmond (Sigmund) Gerencsér gehört ohne Zweifel zu den renommiertesten Tolstoi-Forschem. Zsigmond Gerencsér hatte das evangelische Lyzeum in Ödenburg besucht, wo er von Jenő (Eugen) Pröhle, einem angesehenen Tolstoi- und Makovicky-Forscher (1909-1986) unterrichtet worden ist. Die fünf Makovicky-Söhne waren von Pröhles Großvater Károly (Karl) Thierring (1843-1915) in den Fächern Latein und Griechisch unterrichtet worden. Für Pröhle war das ein Anlass, sich näher mit Dusan-Makovicky zu beschäftigen. Jenő Pröhle fand im Nachlass des Groß­vaters eine ausfiihliche Dokumentation von berühmten Schülern des Lyzeums, u. a. auch über die Makovicky-Brüder. Pröhle zeigte Zsigmond Gerencsér die tschechische Ausgabe des Tagebuches von Dusán Makovicky aus dem Jahre 1924 und erweckte damit seine Aufmerksamkeit.1 Dusán Makovicky hatte versucht, die Ereignisse im Hause Tolstoi in den Jahren 1904— 1910 ohne Übertreibungen und möglichst objektiv darzustellen. In der Familie Tolstoi wa­ren die drei Töchter seine Lieblinge. Die Söhne haben sich um die Ansichten des Vaters nicht gekümmert, sie haben damals „wie die anderen Grafen in Westeuropa gelebt”. Die Kartenspielschulden wurden immer von der Mutter beglichen. Das in den Tagebüchern von Am 28. Mai 2011 wurde Dr. Duäan Makovicky im Hof des Evangelischen Lyzeums in Sopron/Ödenburg eine Gedenktafel gewidmet. Sie war die großzügige Spende von Dr. Gyula Makoviczky, einem Bruder des Autors.

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