Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti közlemények 214-217. (Budapest, 2011)

KÖZLEMÉNYEK - Makovitzky, Josef: Connection between Lev Tolstoy and Dusan Makovicky

118 Comm, de Hist. Artis Med. 214—217 (2011) wo sich dieser im Kreise seiner Familie erholte. Auf dem Bahnhof empfing ihn Peter Ma­kovicky, der Bruder, und begleitete ihn in Makovickys Haus. Dusán wohnte in der ersten Etage. Pásztor wurde ein herzlicher Empfang bereitet. Auf dem Tisch stand ein Samowar mit dampfendem Tee. Pásztor fand eine gutbürgerliche Atmosphäre vor, so wie bei Tols­tois in Jasnaja Poljana. Pásztor stellte fest, dass in Dusans Stimme eine leise Wehmut mit­schwang. Der Journalist kam sofort zum Thema. Er kannte Dusán Makovicky ziemlich gut, weil er ihn im August 1909 in Jasnaja Poljana besucht hatte. „Was war der tatsächliche Grund für Tolstois Exodus („Auszug“)?“, so lautete seine er­ste Frage. Darauf antwortete Makovicky: „Verzeihen Sie mir, darauf kann ich beim besten Willen keine Antwort geben, darüber kann ich erst nach Jahren frei sprechen. Der Gedanke Tolstois, diesen Weg zu wählen, war nicht neu. ln den Jahren 1858-1861 wollte er sich sogar zweimal verstecken, um unter die einfachen Menschen zu gehen. Er hat mich darum gebeten, dass ich ihn auf diese Reise begleite, die erst zum Volk, dann zur Einsamkeit füh­ren sollte.“ „Warum wollte er die Einsamkeit?“ Makovickys Antwort: „Er wollte die menschliche Vollkommenheit suchen und erforschen, er wollte etwas Neues finden, ir­gendwo etwas Göttliches erreichen.“ Er hatte nur seine Tochter Alexandra und deren Freundin Theokrita über sein Vorhaben informiert. Er bat die beiden, dass sie ihm einige Tage später in das Kloster Schamordino nachkommen sollten, wo 700 Nonnen, darunter die 80-jährige Schwester von Lew Tolstoi lebten. „Zuerst führte der Weg zum Bahnhof Koselsk, danach haben wir eine Kutsche ge­nommen und am gleichen Abend, also am 7. November, sind wir um 19 Uhr im Optyna- Pustyn-Kloster angekommen“. „Tolstoi war nach der langen Kutschfahrt und dem schlech­ten Weg müde und kraftlos. Ich hatte ihm vorgeschlagen, dort zu übernachten. Am nächs­ten Tag stand er in aller Herrgottsfrühe auf und wollte den Ältesten des Klosters (Starez) besuchen, aber dann nahm er doch davon Abstand. Am gleichen Tag fuhren wir mit der Kutsche weiter und erreichten das Kloster Schamordino. Hier hat er seine Schwester aufge­sucht.“ „Ich habe die beiden Geschwister unter Tränen aufgefunden. Hier haben wir zwei Nächte und zwei Tage verbracht. Tolstoi erledigte seine Briefe. Er schrieb einen Brief an Sofja und teilte ihr mit, dass er sie verlassen wolle. Dann schrieb er noch den Kindern ei­nen Brief. Er hatte seinen Artikel gegen die Todesstrafe fertig gestellt. Tolstoi schlief am zweiten Tag (dem drittletzten seines Lebens) unruhig. Wiederum in Herrgottsfrühe wollte er sich von Maria Nikolajewna verabschieden, wartete dann aber doch nicht auf sie. Wir sind wieder zurück nach Koselsk gefahren und während der Reise hat er beschlossen, dass wir zu dem im Kaukasus liegenden Nowotscherkask fahren, wo die Enkelin von Maria Nikolajewna wohnt.“ „In den letzten-beiden Jahren ist Tolstoi alle sechs Wochen ohn­mächtig geworden. In Schamordino hatte er wieder einen Anfall. Er fühlte sich schwach, wurde vom Schlaf übermannt und wurde wieder ohnmächtig.“ Während der Reise nach Nowotscherkask verschlechterte sich sein Zustand. Daraufhin brachte Dusán den Zug mit der Notbremse zum Stehen. Im Bahnhof Astapowo fragte Dusán nach, ob für Tolstoi hier die Möglichkeit einer Unterkunft gegeben wäre. Tolstoi ist ohne Hilfe allein aus dem Zug ausgestiegen und in den Wartesaal der zweiten Klasse ge­gangen. Dusan-berichtet über das Mitgefühl der hier stehenden Menschen, die alle tief be­wegt waren. Jeder hatte seinen Hut abgenommen, es herrschte Stille und Traurigkeit. Am kritischen Tag, dem zweitletzten Tag seines Lebens, fing er um 16 Uhr an zu frieren. Inte­

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