Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti közlemények 214-217. (Budapest, 2011)

KÖZLEMÉNYEK - Makovitzky, Josef: Connection between Lev Tolstoy and Dusan Makovicky

Makovitzky, J.: Die Beziehungen zwischen Lew Tolstoi und Dusán Makovitzky 117 kutiert. Heute weiß man, dass Sofja Tolstaja genauso begabt war wie ihr Mann. Ihr sensati­onelles Buch „Eine Frage der Schuld“ hat man erst 75 Jahre nach ihrem Tod (1994) in ih­rem Nachlass gefunden. Es handelt sich um ein „Gegenstück“ zur Kreutzersonate. Ihr Buch ist im Grunde genommen eine Autobiographie, geschrieben hat sie es 1892/93. Die Kreutzersonate riss bei Sofja alte Wunden auf. Sie, Fräulein Behrs, hatte sich in den viel älteren Grafen und schon damals bekannten Schriftsteller Tolstoi romantisch verliebt. Obwohl zu Unabhängigkeit und Eigenständigkeit erzogen, gab sie alles für ihren Ehemann und die Familie auf. Ihre eigene Begabung stellte sie zurück und widmete sich ganz dem Schaffen ihres Mannes und ihrer Familie. Ihre literarischen Werke hatte sie vor der Hoch­zeit verbrannt. In ihrem Buch stellte sie sich als eine Ehefrau dar, die nicht nur fürsorgliche Mutter war, sondern auch über eigene künstlerische Ambitionen verfügte, gesellschaftliche Inte­ressen besaß und politische Fragen stellte. Nach dem Erscheinen des Romans „Kreutzerso­nate“ erreichte die Beziehung zwischen den Eheleuten Tolstoi einen Tiefpunkt. Sofja war nicht bereit, nach 30-jähriger Ehe die Rolle der verführerischen und sündigen Ehefrau auf sich zu nehmen. Sie schrieb im Februar 1891 in ihr Tagebuch: „Er hat mich vor den Augen der ganzen Welt gedemütigt und den letzten Rest von Liebe zwischen uns zunichte ge­macht.“ Trotzdem war sie es, die persönlich an höchster Stelle - beim Zaren Alexander II. in Sankt Petersburg - die Drucklegung der „verbotenen“ Erzählung „Die Kreutzersonate“ erwirkte. Sofja war 16-mal in ihrer 30-jährigen Ehe schwanger, sie gebar dreizehn Kinder und hatte drei Fehlgeburten. Als sie nach der Geburt des fünften Kindes auf ärztlichen Rat hin weitere Schwangerschaften zu vermeiden wünschte, hielt Tolstoi dies für sich nicht hinnehmbar und zog sogar eine Trennung in Erwägung. Tolstoi sah in seiner Frau nur ein Objekt der körperlichen Liebe; die künstlerische Begabung seiner Frau nahm er nicht zur Kenntnis. Tolstoi geriet nach der Fertigstellung des Romans „Anna Karenina“ (1878) in eine erste geistige Krise. In den darauf folgen­den Jahren beschäftigte er sich mit religiösen und gesellschaftlichen Fragen. Er kritisier­te Russland, dessen Gesellschaftssystem und die soziale Ungleichheit. Tolstoi verband diese Ideen mit seinen Idealen der Nächstenliebe und der radikalen Gewaltlosigkeit. Den Herrschenden war er damit ein Dom im Auge. Er stand unter polizeilicher Überwa­chung, seine Werke wurden zensiert. Sofja konnte und wollte auf diesem Weg ihm nicht folgen. Es kam zum Bruch zwischen den Eheleuten Tolstoi, der im Laufe der Jahre un­überbrückbar wurde. Sofja schrieb: „Unser Leben hat zwei Richtungen genommen: Ich beschäftige mich mit den Kindern und wirtschaftlichen Angelegenheiten (sie hatte den weiteren Zerfall des Tolstoi’schen Besitzes verhindert). Er, Tolstoi, beschäftigt sich mit seinen Ideen.“ Sie litt weder an „Altershysterie“ noch befand sie sich im Anfangsstadi­um einer Paranoia, wie dies in Berichten eines Psychiaters und weiterer konsultierter Ärzte zum Ausdruck gebracht wurde. Dusán Makovickys Schilderung von Tolstois letzter Reise Árpád Pásztor, ein ungarischer Journalist der Abendzeitung in Budapest (Est), bat Dusán Makovicky um ein Interview über die Flucht von Tolstoi, die mit dessen Tod endete. Pásztor besuchte Makovicky am 11. Januar 1911 in Rózsahegy (Ruzomberk, Rosenberg),

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