Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti közlemények 214-217. (Budapest, 2011)
KÖZLEMÉNYEK - Makovitzky, Josef: Connection between Lev Tolstoy and Dusan Makovicky
114 Comm, de Hist. Artis Med. 214—217 (2011) vollkommen fremd. Peter Makovicky war einer der Gründer der Matica Slovenská (1863), des slowakischen Kulturvereins in Turciansky Sväty-Martin (Turócszentmárton, Turz- Sankt-Martin). Die Söhne Makovickys haben in Rosenberg die unteren Klassen bei den Piaristen absolviert. Cyrill hat sein Abitur in Ödenburg in dem 1557 gegründeten evangelischen Lyzeum abgelegt; danach studierte er an der landwirtschaftlichen Akademie von Mosonmagyaróvár (dem ungarischen Altenburg). 1890 verteidigte er an der Universität Halle-Wittenberg seine Doktorarbeit mit dem Titel „Beiträge zur Monographie der ungarischen Rindviehrasse“. Im evangelischen Lyzeum zu Ödenburg (Sopron) existierten im 19. Jahrhundert mehrere Selbstbildungszirkel, u. a. die „Jarina“ für Schüler von slowakischer Herkunft. In den Dokumenten der Jarina finden sich zwei von Cyrill Makovicky aus dem Ungarischen in die slowakische Sprache übersetzte Gedichte: „Das erfrorene Kind“ von Josef Eötvös und „Ladislaus der Fünfte“ von János Arany. Peter Makovicky junior wurde 1881 aus dem evangelischen Lyzeum in Pressburg ausgeschlossen, gerade zu dem Zeitpunkt, als die anderen Brüder dort ihre Ausbildung fortsetzen wollten. 1882 sind Emil und Dusán zunächst in das Reformierte Kollegium nach Nagykőrös gegangen, ein Jahr später wechselten sie nach Ödenburg (Sopron). Von der literarischen Tätigkeit Dusans in seiner Ödenburger Zeit (1883-1885) ist nicht viel übrig geblieben. Er war ein Sprachtalent. Im Gymnasium hat er 5 weitere Sprachen gelernt, darunter Englisch und Französisch. Seit den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts befanden sich in der Lyzeumsbibliothek auch Bücher der „neuen russischen Literatur“. Die Makovicky- Söhne waren fleißige Leser. Sie lasen nicht nur die neue russische Literatur, sondern auch das von János Arany redigierte Journal „Kranz“ (Koszorú) sowie die Budapester Rundschau von Pál Gyulai. 1884 schloss sich ihm Mátyás Benczúr (später Martin Kukucin) an. Dieser kam für ein Jahr nach Ödenburg, weil er dort die Matura ablegen wollte. Er hatte bereits im ungarisch- Oberland als Lehrer an der Unterstufe gearbeitet. Das Lyzeum in Ödenburg ermöglichte dem geächteten und aus dem ungarischen Schuldienst entfernten Lehrer die Ablegung der Matura. In diesem Fall hat der Lehrkörper des Lyzeums gegenüber Mátyás Benczúr aus Menschlichkeit gehandelt. Über seine Zeit in Ödenburg schrieb Kukucin 20 Jahre später in warmherziger Erinnerung: „In Ödenburg war die Luft frei, so dass man, wenn einen die Lust anwandelte Topfenfleckerln zu essen, sogar jeden Tag zu Manzinger (die Gaststätte gibt es noch heute in Ödenburg) gehen konnte oder sogar ins Theater zu einer Vorstellung der gehörten Helene.“ Seine Freundschaft mit Dusan-Makovicky dauerte auch während des Studiums an der Karls-Universität in Prag an. Martin Kukucin hat unter dem Titel „Aus meiner Studienzeit“ (Főiskolás koromból, „Zo studentskyeh casov“) darüber geschrieben. Interessant ist, dass Dusán Makovicky ein Kaufmann werden wollte, sein Freund Benczur-Kukucin aber Theologe. 1886 haben sie sich in der „Goldenen Stadt“ Prag an der Medizinischen Fakultät getroffen. In Prag war Dusán Makovicky unter den Kommilitonen sehr beliebt. Von ihm erzählte man, dass er neben einem Bier stundenlang sitzen konnte. Wenn er aber ein Paket aus Rosenberg bekam, dann war es in einer halben Stunde geleert: Der Schafskäse (Brynd- za) und das große Rundbrot aus Lipto waren schnell aufgegessen, weil alle Kommilitonen eingeladen wurden. Dusán Makovicky hatte sich mit Tolstois Werk schon in Prag bekannt gemacht. Auf den jungen Studenten der Medizin übte die „Kreutzersonate“ von Tolstoi eine große Wir