Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti közlemények 214-217. (Budapest, 2011)

KÖZLEMÉNYEK - Makovitzky, Josef: Connection between Lev Tolstoy and Dusan Makovicky

Makovitzky, J.: Die Beziehungen zwischen Lew Tolstoi und Dusán Makovitzky 115 kung aus. In seiner freien Zeit beschäftigte er sich mit Philosophie und mit den moralischen Aspekten der Literatur. Seine Ablehnung von Tötungshandlungen drückte sich darin aus, dass er die Teilnahme an der Vivisektion eines Frosches ablehnte. Er hatte in Innsbruck und Berlin jeweils ein Semester Medizin gehört und danach in Moskau weiterstudiert. 1891 erhielt er an der Medizinischen Fakultät der Prager Karls-Universität das Medizin-Diplom. Er war anschließend Assistent an der Chirurgischen Klinik in Innsbruck bei Prof. Dr. Nico- ladoni, später verbrachte er mehrere Monate an der Klinik für Innere Medizin der Universi­tät Budapest. Er war ein engagierter Anhänger der Lehre von Ignaz Philipp Semmelweis, der die In­fektiosität des Kindbettfiebers entdeckt hatte und zu Recht als „Retter der Mütter“ gilt. Ma­kovicky wollte sich ursprünglich als praktizierender Arzt in Bartfeld niederlassen, wurde aber auf Bitte seines kranken Vaters praktizierender Arzt in Sillein (Zilina, Zsolna). Er war ein begeisterter Praktiker. Während seiner Tätigkeit wurde ihm sehr schnell klar, dass es eine wichtige Aufgabe des Arztes ist, den Patienten aufzuklären und ihm medizini­sche Ratschläge zu erteilen. Dadurch kann sich eine gute Beziehung zwischen Arzt und Patient entwickeln, die ihrerseits Grundlage einer erfolgreichen Behandlung ist. Makovicky schrieb ein kleines Buch über das Trachom, das die Patienten über die wichtigsten Symptome, die Ursachen und Heilungschancen informierte. Er selbst kannte die frühe Symptomatik des Trachoms und die Heilungsmethoden sehr gut. Man erzählte, dass sonntags mitunter 20-30 Kranke mit Trachom-Symptomatik in seiner Sprechstunde erschienen. Der blonde Dusán Makovicky mit seinen blauen Augen und seiner sanften, sehr stillen, altruistischen Art wurde von allen geliebt. Er hat den ersten Krankenunterstüt­zungsverein in Zilina (Zsolna, Sillein) ins Leben gerufen. Darüber hinaus gründete er einen kleinen Verlag. Er schrieb mehrere Bücher über die schädliche Wirkung des Alkohols und des Rauchens. Im dritten Band der Slowakischen Bibliographie findet man 12 Bücher mit seiner Autorschaft. Dusán Makovicky korrespondierte jahrelang mit Lew Tolstoi, besuchte ihn aber erst 1894 in Jasnaja Poljana, 1897 sogar zweimal. 1901 verlebte er mit ihm einen Urlaub auf der Halbinsel Krim. 1904 musste auch Tolstois Leibarzt Dr. Nikitin wegen des russisch-japanischen Krieges seinen Wehrdienst absolvieren. Tolstois Ehefrau Sofja bat Dusan-Makovicky, den Kollegen für vier Wochen zu vertreten. Aus den vier Wochen wurden 14 Jahre. In Jasnaja Poljana spielte sich sein Leben zwischen Tolstoi und der Praxis ab; er versorgte gleichzeitig 82 umlie­gende Dörfer und arbeitete fast umsonst. Die Sprechstunden fingen meistens um 8 Uhr an und dauerten bis 13 Uhr. Eine Tochter des Grafen Tolstoi, Alexandra Lwowna, war seine Assis­tentin. Nachmittags saß er am Tisch von Tolstoi und folgte mit großem Interesse den Dispu­ten, die von Tolstoi geführt wurden. Er, Dusan-Makovicky, schrieb unauffällig alles auf. In seiner Hosentasche hatte er harte Kartons und einen gespitzten Stift, mit dem er alle Fragen und Antworten stenographierte. Tolstoi hätte es nicht erlaubt, dass seine Worte abgeschrieben werden und als „unfehlbare Wahrheiten“ in die ganze Welt hinausgehen. Dusán Makovicky ordnete nachts seine Notizen und übertrug sie in sein Tagebuch. Dabei hat ihm sein phänome­nales Gedächtnis sehr geholfen. Die Aufzeichnungen sind 1924 in Buchform unter dem be­scheidenen Titel „Notizen aus Jasnaja Poljana“ in tschechischer Sprache erschienen. Dieses Buch enthält die Gespräche aus den Jahren 1904 und 1905. Einen Teil seines Tagebuches hat Makovicky in ungarischer Sprache geschrieben (Mit­teilung von Dr. Károly Kapronczay, Direktor des Semmelweis Museums für Geschichte

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