Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 206-209. (Budapest, 2009)
KRÓNIKA —CHRONICLE
KRÓNIKA 279 Am 13. Juli 1961 bekam er aufgrund der Habilitationsarbeit: „Die Lehre von der Allergie und den allergischen Krankheiten in ihrer historischen Entwicklung" und des Probcvortrages „Geschichte des Mesmerismus" von der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg die Venia Legendi für Geschichte der Medizin. Im Wintersemester 1962/63 vertrat er das Fach „Geschichte der Medizin" an der Universität Marburg /Lahn. Am 1. Januar 1963 übernahm er als außerordentlicher Professor für Geschichte der Medizin den Lehrstuhl dieses Fachgebietes an der Medizinischen Akademie in Düsseldorf, und wurde zum Direktor des neuerrichteten Instituts für Geschichte der Medizin ernannt. Im Wintersemester 1964/65 ist ihm die Vertretung des Faches Geschichte der Medizin an der Universität Köln übertragen worden. Am 1. Januar 1965 wurde er zum ordentlichen Professor für Geschichte der Medizin eingesetzt. Am 1. Januar bestellte man ihn zum ordentlichen Professor für Geschichte der Medizin. Am 27. Mai 1967 erhielt er einen Ruf auf den Lehrstuhl seines Fachgebietes an der Universität Freiburg. Er entschließt sich jedoch, diesen ehrenvollen Ruf abzulehnen, da die Arbeitsbedingungen in Freiburg nicht denen des Düsseldorfer Niveaus nahe kamen. Ehrungen und Anerkennungen erreichten ihn bald in großer Zahl. Im Dezember 1967 wird er von der Royal Society of Medicine in London zum Fcllow, am 5. September 1968 zum Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Krankenhausgeschichte, am 16. November desselben Jahres zum Vizepräsidenten der Gesellschaft für Wehrmedizin in Bonn gewählt. Im folgenden Jahr beehrte man ihn mit den Insignien eines Offiziers des Ordens Palmes Académiques Paris. Am 13. Januar 1972 wird er von der Dansk medicinsc-historisk Selskab Kopenhagen zum korrespondierenden Mitglied, und am 16. März 1972 von der Sektion der Geschichte der Medizin der schwedischen Ärzteschaft zu Stockholm zum ausländischen Mitglied bestimmt. Als korrespondierendes Mitglied wird er am 12. Dezember 1972 von der Academic Internationale d'Histoire de la Medicine, am 21. April 1973 von der Academic Nacional de Ciencias de Buenos Aires aufgenommen. 1978 ehrte ihn auch die Ungarische Gesellschaft für Geschichte der Medizin, ernannte ihn zu ihrem Ehrenmitglied und schenkte ihm ihre höchste Auszeichnung: die Weszprémi Medaille. Die Société Internationale d'Histoire de la Médicine beruft ihn im Juni 1981 zum Vizepräsidenten, und bereits zwei Jahre früher wurde er von dem neu gegründeten Fachverband für Medizingcschichtc in der Bundesrepublik Deutschland zum Vorsitzenden gewählt. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhausgeschichte ernannte ihn 1979 zu ihrem Ehrenpräsidenten. 1979 wurde Hans Schadewaldt als ordentliches Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse der RheinischWestfälischen Akademie der Wissenschaften eingesetzt. Im akademischen Jahr 1976/77 ist er der Dekan, im drauf folgenden Jahr Prodekan der Medizinischen Fakultät der Universität Düsseldorf. Am 6. April 1983 wird ihm eine weitere Ehre zuteil: er wird 1 lonorary Member der Royal Socicty of Medicine (London). Hinter diesen weit nicht vollständigen aufgezählten äußeren Zeichen der Anerkennung liegt eine überdurchschnittlich fruchtbare literarische Tätigkeit. Es gibt wohl kaum ein Gebiet der Geschichte der Medizin, das von ihm in Hinblick auf die wissenschaftliche Erforschung und vortragende Gestaltung unberücksichtigt geblieben wäre. Schadewaldt hat seine Themen absichtlich und systematisch weit auseinander gezogen, wie das auch in den von ihm betreuten Dissertationen zum Ausdruck kommt. Seine Schriften sind bündig formuliert, hochinformativ und dabei voll Ideen und Entdeckungen. Richtigstellungen und Anregungen, die auf den ersten Blick nicht gleich erkennbar sind, findet man erst beim vertieften Lesen. Die Mannigfaltigkeit der kleinsten Details, wie die größeren umfassenden Gedankengänge, die er präsentiert, lösen immer eine Anerkennung und Bewunderung aus Seit seiner Antrittsvorlesung war für ihn Mcdizingeschichte nicht nur ein Zweig der Gesellschaftswissenschaft, sondern auch ein spezielles Gebiet der Medizin. Von Anfang an war ihm die Medizin- und Wissenschaftsgeschichte gleichergestalt wichtig, weil er glaubte, sie könnten die gefährlichste Kluft zwischen den Geistes- und Naturwissenschaften, zwischen dem alten Humanismus und der jungen Wissenschaft überbrücken. Er sah auch den wohltätigen Einfluss der Medizin auf die Geschichtswissenschaft. Die Besonderheiten der Medizingcschichtc als Geschichte der „Techné", oder „Kunst", oder eines Handwerkes, war für ihn früh bewusst. Die Weltgeschichte der Medizin, die er wie kein anderer überblickte, kennt keine kontinuierliche Entwicklung, entdeckt aber überall doch dieselben Entwicklungs-Rhythmen. Schadcwaldts Wirkung war deshalb so groß, weil er nicht nur außerordentlich begabt, ein schöpferischer Gelehrter, sondern auch ein außergewöhnlich fleißiger, ungemein talentierter Organisator und begeisterungsfähiger, hingebender Lehrer war. Es ging ihm nicht nur darum Medizinhistoriker heranzuziehen, sondern vor allem Ärzte ausbilden zu helfen, die ihren Beruf und ihre Wissenschaft, ihre Zeit und ihre Pflichten besser verstanden, weil sie diese in historischer Perspektive sahen. Bei der Vorbereitung seiner diesbezüglichen Vorlesungen und der zunehmenden Ausdehnung seines wissenschaftlichen Arbeitsfeldes vertiefte sich in ihm der große Wert des Wissens. Die Bedeutung der Vergangenheit der Medizin für die Gegenwart, für die Anerkennung und das vertiefte Verstehen der wissenschaftlichen Grundlagen