Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 206-209. (Budapest, 2009)

ADATTÁR — DOCUMENTS - Kapronczay, Katalin: Orvostörténeti vonatkozású kéziratok Luigi Ferdinando Marsigli (1658-1730) hagyatékából

Kapronczay, K. : Handschriften medizinischen Inhaltes von Litigi Ferdinando Marsigli 251 Ein großes Verdienst von Marsigli war, dass der Winter ohne größere Krankheiten ver­lief, bedeutende Menschenverluste sich nicht meldeten. Dagegen im Frühjahr - nachdem der Friede geschlossen wurde - konnte man nicht mehr verhindern, dass der Türke die Grenzlinien des Lagers übertrat, so wurden alle die von Marsigli gebrachten und vollzoge­nen Maßnahmen und ihre Erfolge illusorisch. Marsigli war gezwungen einen neuen isolier­ten Ort einzurichten. Im Frühjahr 1701 - da seine militärische Sendung zu Ende ging, ­brach er mit seinen Soldaten nach Wien auf, Siebenbürgen und den Banat hinter sich las­send, wo in den kommenden Jahren die Pest sich wieder meldete, und massenhaft ihre Op­fer forderte. Mit Recht taucht die Frage in uns auf: woher er seine medizinischen Kenntnisse hatte, wo er zu den Informationen auf dem Gebiet des Gesundheitswesens und des Sanitätswesens gekommen war. Sein Interesse auf dem Gebiet der Naturwissenschaften wurde bereits er­wähnt, genauso sein Wissensbegier, womit er dem wahren Grund aller Erscheinungen der Natur nachging, diese erklären und lösen versuchte. Bei allen Forschungen stützte er sich auf die eigenen Beobachtungen und Erfahrungen, er formulierte keine leeren Theorien. Aus seinen Memoiren, Riickerinnerungen und seiner Korrespondenz ist zu entnehmen, was für enge geistige Verbindungen, private Kontakte ihn an die Medizinische Fakultät der Univer­sität zu Bologna knüpfte. Er wollte nicht die medizinische Laufbahn wählen, hörte aber sy­stematisch die Vorlesungen über Anatomie, - so z.B. den Professor Jacopo Pighi unmittel­bar vor seiner Reise nach Ungarn, - aber die größte Einwirkung machte auf ihn doch Profes­sor Marcello Malpighi mit seinen Vorträgen und Erklärungen. In seinem unbearbeiteten und bisher noch nicht publizierten handschriftlichen Nachlass ist zu lesen, dass er 21 Male an den Maipighischen anatomischen Vorlesungen teilnahm, einmal hatte er sogar die Gelegen­heit ,,/are dei tagli, " d.h. an einer Sezierung dem Meister zu assistieren. Er erwähnte wei­terhin, dass er Abbildungen von den anatomischen Präparaten machte, über die Beobach­tungen während der Sezierung. Dieses Illustrationsmaterial, das 14 Zeichnungen beinhaltet, ist bis heute in der Bolognaer Sammlung der unpublizierten Handschriften aufbewahrt. Sei­ne Hochschätzung der Person und der Fertigkeiten von Malpighi bewahrte er bis zum Ende seines Lebens. In seinen Aufzeichnungen und seinem Lebenslauf spricht er öfters über „Di­vino Malpighi ", über das große Wissen des Meisters, und macht eingehend seine Meinung über gewisse Fragen bekannt, aber auch die Meinung der Zeitgenossen, - heimischen und ausländischen, - die ebenfalls hohe Anerkennung ihm schuldeten und äußerten. Wahrschein­lich hat er sich während der Bolognaer medizinischen Studien mit einigen - erst später be­kannt gewordenen - Ärzten befreundet, mit denen er ebenfalls in Korrespondenz stand, wo nicht nur die alltäglichen Ereignisse zu Wort kamen, sondern naturwissenschaftliche, philo­sophische und medizinische Fragen ebenfalls behandelt waren, darauf auch die bereits zi­tierten Briefe hinweisen. Aus seinem handschriftlichen Nachlass ist bekannt, dass er auch mit Giovanni Maria Lancisi (1654-1720), Antonio Vallisneeri 1661-1730), dem Astrologen Cassini, dem Mathematiker-Physiker Eustachio Manfredi, Francesco Zanotti, sogar mit Roherl Boyle im Briefwechsel stand. Nach den Verfassern seines Lebenslaufes, als er von der militärischen Laufbahn außer Dienst trat, und sein Leben vollkommen der Wissenschaf­ten widmete, besuchte er in Leyden den berühmt gewordenen Hermann Boerhaave, und bat ihn um seinen Rat im Interesse seines Buches über die Lebewesen der Seen. In der Sammlung seiner Handschriften, - die sich in den Fonds der Bolognaer Universi­tätsbibliothek befinden, - ist auch eine medizinhistorische Zusammenfassung unter dem

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