Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 206-209. (Budapest, 2009)

ADATTÁR — DOCUMENTS - Kapronczay, Katalin: Orvostörténeti vonatkozású kéziratok Luigi Ferdinando Marsigli (1658-1730) hagyatékából

250 Comm. de //ist. Artis Med. 206- 209 (2009) mussten gewisse Gebäude sichergestellt werden, damit alles untersucht werden kann. In jedem Gebäude stellte er zwei Feldscherer und zwei Barbier-Chirurgen in Dienst. Die Na­men der Felddoktoren, die uns sehr informieren könnten, haben seine Aufzeichnungen lei­der nicht enthalten. Zur Aufgaben der Chirurgen zählten - neben der Verrichtung von klei­neren Schadenfällen - das Sammeln der Medikamente, sowie ihre Systematisierung, weiter­hin die Kontrollierung. Sie mussten die Lebensmittel, die Qualität der Getränke genau kon­trollieren. Die Soldaten durften bloß nach genauer Kontrollierung Obst, Fische, frisches Fleisch, Gemüse verzehren. Sie mussten auch die Kontrollierung des Mehls machen. Wer kein Wein trinken wollte, durfte nur abgekochtes Wasser zu sich nehmen, darin ein gewis­ses desinfizierendes Sauermittel aufgelöst war. Das Einhalten der strengen Regeln der Ver­sorgung war deshalb sehr problematisch, weil auf dem Gebiet der Verpflegung permanent Probleme auftauchten. Marsigli war öfters benötigt, dringende Briefe nach Wien zu schrei­ben um die Versorgung zu beschleunigen, sonst müsse er das Requirieren erlauben. Die große Gefahr der Verbreitung der Pestilenz hat aber diese Lösung der Beschlagnahme zur Verpflegung der Soldaten ausgeschlossen. Im Interesse der Verminderung und der Ausweichung der Gefahr der Epidemie brachte er wichtige Verteidigungsmaßregeln für die Zeit der unaufschiebbaren Verhandlungen mit dem türkischen Generalstab. Auch bei dieser Gelegenheit hat die Räucherung mit gewissen Heilpflanzen eine enorme Bedeutung bei ihm gewonnen: sogar seine Zeitgenossen zeigten eine Vorliebe für diese präventive Maßnahme, und verwendeten gern diese Art der Vernich­tung der Krankheitserreger. Zur Zeit der Verhandlungen der Delegation ließ er eine Brücke bauen, vernichtete sie doch sobald die Verhandlungen zu Enge gingen und die Delegation wieder im Lager war. Jene genau zusammengestellte Einheit, die durch die Vorbereitungen getroffen war und unweigerlich ins türkische Lager sich begeben musste, war verpflichtet 14 Tage in einer Quarantäne zuzubringen. Die Verhandlungsdelegation war zahlenmäßig so gering bestimmt, wie nur möglich. Die unterzeichneten Dokumente sind sofort lang und gründlich geräuchert worden, die Abgesandten mussten sich nach ihrer Rückkehr vollkom­men umziehen und ebenfalls eine gründliche Räucherung an sich ergehen lassen. Es war streng verboten, ein Geschenk anzunehmen, obwohl die türkische Etikette das vorgeschrie­ben hätte. Eine rigorose Strenge war natürlicherweise notwendig, dass diese Regeln auch einbehal­ten werden, oder die Anerkennung ihrer Wichtigkeit, weil das Heer größtenteils doch aus ungeschulten, primitiven Soldaten bestand. Die vollkommene Isolation, die strengsten hy­gienischen Regeln und ihre in Kraft treten lassen war die einzige Chance, die diese Lage forderte und glücklich meistern konnte.. Auf diese Zeit fiel die Bearbeitung und Einreichung des Planes des Pesttraktats an den Kaiser, welche Arbeit mit anderen Details ergänzt den Hauptteil des Planes bildet, und die Aufgabe hatte, die Verbreitung der Epidemie zu hemmen. Marsigli bezog sich auf die Ver­teidigungsmaßnahmen von Venedig und anderen italienischen Hafenstädte, als er an der Südgrenze des Reiches die Aufstellung und Einrichtung der notwendigen Quarantänen, Hospitäler - die breit angelegt werden, und unter ständiger und strenger Kontrolle des Hee­res stehen sollten, - somit das Territorium des Habsburg Reiches von der türkischen Bela­gerung abgegrenzt werden konnte, denn der Türke machte sich keine Sorgen was die An­näherung der Epidemie betraf. Die Kontrollierung der wichtigsten Handelswege, Fracht­transporte aus gesundheitlicher Hinsicht, hatte auch einen besonderen Akzent erhalten.

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