Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 206-209. (Budapest, 2009)
ADATTÁR — DOCUMENTS - Offner, Robert: Johannes Hertelius erdélyi orvos eddig ismeretlen, 1593. február 8-iki keltezésű levele Carolus Clusius flamand botanikushoz
234 Comm. de //ist. Artis Med. 206- 209 (2009) der zugleich auch Procurator des Sankt Markus Doms zu Venedig war: Joannes (Giovanni) Michaelis. Über diesen Mann erfahren wir Näheres aus der Korrespondenz von Lipsius. Er richtete nämlich am 28.02. 1594 einen Brief an den Verwaltungsrat der Universität zu Padua, die ihn wiederholt in die Lehrerkörperschaft berufen hatte. In diesem Brief bedankte er sich unter der Nennung des Namens von Johannes Michaelis, für das erwiesene Vertrauen. Lipsius fühlte sich zwar geehrt von der berühmten Universität angeworben worden zu sein, jedoch lehnte er das Angebot, unter Berufung auf seinen schlechten Gesundheitszustand, dankend ab. Michaelis, der als Verhandlungsführer ernannt wurde, war Mitglied des Vorstands der Universität (Moderator ). Aus diesen Erkenntnissen könnte schlussfolgert werden, dass zur Zeit der Entstehung des Briefes von Hertelius, also ein Jahr davor, dieser Michaelis Lipsius in Löwen besuchen sollte, offensichtlich mit der Absicht, ihn als Professor für die Universität Padua zu gewinnen. Hertelius verweist auf diese Angelegenheit nur flüchtig, da seiner Angaben nach Clusius über die aktuellen Ereignisse bereits direkt von Pinelli ausführlicher informiert worden sei. Aus dem Buch von Jeaninne De Landtsheer (2006, 499504) erfahren wir, dass die Venezianer sehr beharrlich waren und neben Pinelli und dessen Freund Clusius auch zwei weitere Vermittler (Hubertus Faber und Petrus Vorspulius ) beauftragten, Lipsius nach Padua zu holen; allerdings erfolglos. Weitere Angaben über Hertelius aus dem Brief von Alpinus (Padua) an Camerarius (Nürnberg) Obwohl dies aus dem Hertelius-Brief nicht direkt hervorgeht, ist erkennbar, dass dieser zu einem entscheidenden Wendepunkt seines Lebens und seiner beruflichen Karriere entstand. Bekanntlich hat er sich damals als Hilfslehrer des betagten Giacomo Antonio Cortuso, starke Hoffnungen gemacht, zum Professor des Kräuterkunde und zum Direktor des Botanischen Gartens der Universität Padua berufen zu werden. Aus den Akten der Germanischen Studentennation zu Padua ist bekannt, dass er zum Professor der Botanik aufzusteigen versuchte, allerdings soll er durch einen namentlich nicht benannten italienischen Kollegen an der Ausübung seines Amtes gehindert worden sein. In seiner Bedrängnis bat er sogar die Versammlung der Artisten, deren Syndicus er war, durch den Rektor, beim Rat von Venedig - der vorgesetzten Behörde der Universität Padua - um Gerechtigkeit für ihn einzukommen. Am 16. Dezember 1592 beschloss die Natio Germanica Artistarum einstimmig die Intervention für ihn. Dennoch, seinem Ziel, unbehelligt Botanik lehren zu dürfen, brachte ihn diese Aktion nicht näher. Um so mehr stellt sich die Frage nach weiteren Fakten über den Konkurrenzkampf um den Erwerb des Lehrstuhls für Botanik, soweit darüber Details übermittelt sind. Hierzu liefert uns der Briefwechsel zwischen zwei bedeutenden Zeitgenossen von Hertelius, wichtige Informationen. Es handelt sich, nämlich um das Schreiben von Prospero Alpini (Alpinus) (1553-1617) vom 6. Januar 1 593 aus Venedig an den namhaften Nürnberger Arzt, Humanisten und Naturwissenschaftler Joachim Camerarius II. (1534-1598) in der Briefsammlung Trew (Erlangen). Der in der venezianischen Ortschaft Marostica geborene Arztsohn Alpini studierte Medizin und promovierte in Padua (1578), dann bereiste er Griechenland und Ägypten, wo er die Flora und die Medizin dieser Länder intensiv erforschte und galt auch als geschätzter Leibarzt. Seine Erlebnisse und Beobachtungen veröffentlichte er in den Büchern: De medicina Aegyptorum (1591), De plantis Aegypt i (1592) etc. an seinem neuen Wirkungsort in Venedig. Diese Werke standen möglicherweise im