Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 202-205. (Budapest, 2008)
KISEBB KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - SIMON, Frantisek - STEGER, Florian: Simulation in der Antike II. -Literarischer Fundus. - Szimuláció az antikvitásban - Irodalmi látlelet
ihn jemand am Haar gezogen hat, fällt von Wagen auf den Boden. Sein Auftritt hatte Effekt: Die vermeintlichen Verwandten denken, dass er wirklich eine schwere Krankheit hat. Sie laufen davon, der Schwiegervater geht den Arzt holen. Menaechmus nutzt die Zeit um zu entkommen. Auch in den Komödien des Terenz simuliert man. In dem Stück „Hecyra" (Schwiegermutter) kam eine junge Frau mit ihrer Schwiegermutter nur schwer aus, sie ging unter dem Vorwand, dass sie krank ist aus dem Haus, und blieb aber bei den Eltern und kehrte nicht nach Hause zurück (188). In der Liebespoesie beschwert sich Ovid über die Liebe einer Frau, von der sich er trennen will: dicta erat aegra mihi - praeceps am ens que cucurri; veni, et rivali non erat aegra meol (Amores 3,11,25-26) (Es wurde mir gesagt, dass sie krank ist, ich rannte kopflos an, trat hinein und für meinen Rivalen war sie nicht krank.) In „Ars amatoria" (3,641-42) wird von einer Freundin gesprochen, die, wenn es nötig ist, gleich krank wird. Die Ehefrau zieht hinaus, um sie zu besuchen. Die „Kranke" räumt ihr das Bett. Bei Tibullus findet man die Situation, dass eine Frau den Geliebten unter dem Vorwand ablehnt, sie habe Kopfschmerzen: Et simulât subito condoluisse caput (I, 6,36): (Und täuscht vor, dass sie plötzlich Kopfweh hat). Auch in allen fünf völlig erhaltenen griechischen Romanen sind solche Fälle zu finden und hier können auch Männer simulieren. Es handelt sich trotzdem immer um Liebesprobleme. Chaireas, der Held aus dem Roman Callirhoe von Chariton, will sich aus Verzweiflung richten, er täuscht vor, dass er krank ist und schickt den Freund weg, um sich zu suizidieren. Kleitophon aus dem Roman des Achilleus Tatios Leukippe und Kleilophon wehrt sich ab, die Ehe mit gewisser Melitta zu vollenden und täuscht Frostfieber vor. Melitta hat verstanden, dass er seine Versprechung nicht erfüllen will, aber, wie Kleitophon feststellt, sie konnte ihm die Simulation nicht nachweisen (5,21,2-3). Blicken wir noch auf den Meister der Epigramme: Martial. Hier kommen verschiedene Simulationen vor. Im Epigramm 11,6 ist Zoilus krank. Aber nach Martial hat diese Krankheit die Bettwäsche verursacht, sie ist schön, purpurrot, die Kopfkissen stammen von Nil. Martial fragt, was er zeigen würde, wenn er nicht krank wäre. Er sagt schließlich: Vis fieri sanus? Stragula mea sume. (Willst du gesund sein ? Nehme meine Decke!) Zwei Epigramme haben eine ähnliche Pointe: In 11, 86 wird Parthenopaeus vom Husten gequält. Auf Anordnung des Arztes bekommt er Honig, Nüsse und süßen Kuchen. Der Husten will aber gar nicht aufhören. Martial stellt fest: