Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 202-205. (Budapest, 2008)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - SIMON, Frantisek - STEGER, Florian: Simulation in der Antike II. -Literarischer Fundus. - Szimuláció az antikvitásban - Irodalmi látlelet

soll Wahnsinn vorgetäuscht haben, um die Bürger zum Kampf um die Insel Salamis aufzu­fordern, was zu dieser Zeit in Athen gesetzlich verboten war. Seine Hinterlist hatte Erfolg, und die Bürger haben die Insel Salamis wirklich erobert. Dieses Verhalten lobt Cicero, da Solon dadurch dem Staat einen großen Dienst erwiesen habe {De off 1,30). Simulationsfälle sind auch in der antiken Literatur zu finden. Wir wollen sie anhand einiger Beispiele aus der antiken Literatur illustrieren: Das Simulieren kann man öfters in der römischen Komödie, Liebeslyrik und griechischem Roman finden. Dort werden häufig Liebesprobleme verhandelt und die Simulation gehört meistens zum Arsenal einer Frau. In den Komödien des Plautus täuschen Frauen, die Ehe- und Liebhaberprobleme haben, Krankheit vor. In der Komödie „Truculentus" hat die Hetäre Phronesium Beziehungen zu drei Männern und lügt, dass sie ein Kind bekommen hat. Wenn einer der potenziellen Väter kommt, rät ihr das Dienstmädchen, sie soll eine Krankheit vortäuschen (499-500). In diesen Komödien wird nicht nur auf textuelle Ebene verbal simuliert, sondern auch auf der Bühne. In der Komödie „Asinaria" (Eselkomödie) schliesst ein Parasit einen Vertrag zwischen einer Kupplerin und einem Mann, der ihr für die Hetäre bezahlt. In diesem Vertrag wird festgestellt, was die Frau machen darf und was nicht. Unter anderem darf sie keinen Schnupfen simulieren. Plautus sagt wörtlich: quod illa autem simulet, quasi gravedo profluat, hoc ne sic facial (796-797) (Wenn jene aber vortäuscht, dass sie Schnupfen hat, soll sie dies nicht so machen)." Man vermutet, dass der Schauspieler an dieser Stelle auf der Bühne den Mund geöffnet und die Zunge ausgestreckt hat. Eine besondere Simulation kommt in Plautus Komödie „Menaechmi" vor. Die Handlung beruht darauf, dass die Zwillinge Menaechmi getrennt aufwachsen; sie haben den gleichen Namen. Einer von ihnen gelangt zufälligerweise in die Stadt, wo der zweite Zwilling lebt. Sie sind sehr ähnlich, so dass es durch einen mehrmaligen Tausch zu komischen Situationen kommt. Die Einheimischen ahnen nicht, dass es sich um einen anderen Menaechmus han­delt, und sie denken, dass er die Leute nicht erkennt, sich nicht erinnert, was er gemacht und gesagt hat. Sie glauben, dass er krank ist, dass er den Verstand verlor, dass er wahnsinnig wurde. Um sich von ihnen leichter freizumachen, hat er sich entschlossen, wirklich Wahnsinn vorzutäuschen und bemerkt: Jnsanire aiunt ultro cum ipsi insaniunt (844), d.h. „sie sagen, dass ich wahnsinnig bin, wenn sie noch wahnsinniger sind." Seine Simulation beginnt mit den Gesten und dem krampfhaften Gähnen, so dass sein geängstigter vermeint­licher Schwiegervater seiner Tochter, der vermeintlicher Ehegattin von Menaechmus, be­fiehlt, möglichst weit von ihm abzutreten. Gleich danach fängt sein Wahnsinn auch wörtlich an. Er täuscht zuerst vor, dass der Gott Bacchus ihn in den Wald zur Jagd ruft, dann geht er zu Apollon über und in der Trance, ähnlich wie Pythia, Apollons Priesterin, deklamiert er einige komische Apollons Befehle. Er soll der Ehefrau die Augen abbrennen und dem Schwiegervater die Beine brechen. Er setzt sich in den fiktiven Wagen, plötzlich aber als ob ' Siehe naher: Simon, Steger: Simulation in der Antike, Orvostörténeti Közlemények, 194-195 (2006) 95-99. Die Übersetzung ist eine wörtliche und erhebt nicht den Anspruch, die poetische Qualität nachzuahmen.

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