Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 200-201. (Budapest, 2007)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - FONYÓ, Attila: Deutsche Medizinstudenten in Ungarn. Einblick in die 1980-er Jahre - Német orvostanhallgatók Magyarországon. Pillantás a nyolcvanas évekbe

möglichst verschiedene kulturelle und wissenschaftliche Brücken zu bauen. Allem Anschein nach schien diese Argumentation wirksam zu sein. Demzufolge stimmte der größte Chef zu, und jeder musste sich fügen. So funktioniert die Diktatur. Für das Öffnen ungarischer Hochschulen für ausländische Studenten - gegen Devisen ­war als erste die Semmelweis Universität vorgesehen. Zunächst musste also das Einver­ständnis der Führung der Semmelweis Universität (und selbstverständlich des Lehrperso­nals) über die Einführung des deutschsprachigen Unterrichtes eingeholt werden, hinweisend darauf, dass der deutschsprachige Unterricht auch für das Lehrpersonal von Vorteil sei. Meine eigenen persönlichen Erinnerungen beginnen in dieser Phase. Die erste interne Information für uns - Lehrstuhlinhaber - kam erst im Dezember 1982. Damals war ich seit anderthalb Jahren Direktor des Physiologischen Institutes. Die Leiter der Institute, die die ersten zwei Studienjahre unterrichten sollten, wurden ab sofort zum Rektor gerufen. Eine mir damals noch unbekannte „graue Eminenz" - dieselbe Person, die eigentlich das Projekt erfunden hat, wie es mir erst nach Monaten klar wurde - war anwesend, blieb aber meistens still. Es war der Rektor, der das Wort führte, und vorschlug, deutsche Studenten aus der BRD in deutscher Sprache zu unterrichten, die dafür Devisen bezahlen sollten. Über die finanziellen Schwierigkeiten des Landes fiel kein Wort, nur über Devisenerleichterungen für die Wissenschaft. Der Rektor bat um die Meinungen der Anwesenden. Das Gesagte wirkte unglaublich: Studenten in großer Zahl, für mehrere Jahre (der Rek­tor sprach von einem Projekt für mindestens zehn Jahre) aus dem feindlichen „Westen" in Ungarn auszubilden, das klang revolutionär. Mir ging ein Licht auf: wäre das eine Möglich­keit, internationale Kontakte zu knüpfen, die ungarische Wissenschaft nicht mehr durch einzelne Stipendiate, sondern aus „Hautnähe" vorzustellen, eine internationale Anerkennung der ungarischen Medizin zu schaffen. Ich war der erste, der sich zu Wort meldete. Ziemlich entschieden äußerte ich mich: 1.) es ist möglich zu machen, es sind Lehrkräfte an der Uni­versität, die in der Lage sind, in deutscher Sprache zu unterrichten; 2.) es ist nicht nur möglich, aber es ist auch absolut notwendig, da damit unser Lehrpersonal sich wirklich einer internationalen Kontrolle aussetzt, dadurch an Qualität gewinnt, da es von Seiten der Studenten unter ständigem Druck stünde. Nicht zu vergessen ist, dass, wenn wir tatsächlich jährlich etwa hundert deutsche Studenten unterrichten, werden in der BRD in etwa zehn Jahren Hunderte von Ärzten praktizieren, die in Ungarn studiert haben, und damit eine starke Bindung zu Ungarn und zur ungarischen Bevölkerung entwickeln. Meine Kollegen hatten zu dieser Zeit mehr Bedenken, waren - milde gesagt - weniger enthusiastisch, einige waren sogar sehr skeptisch, aber niemand äußerte sich direkt dagegen. Es muss aber zugefügt werden, dass jene Kollegen, die sich anfangs äußerst skeptisch zeig­ten, später im Unterricht mit ganzem Herzen dabei waren, und einige von ihnen wurden sogar zu emblematischen Figuren des deutschsprachigen Unterrichtes (von ihnen sei vor allem Professor Szentágothai erwähnt, der jahrelang eine legendäre Figur, auch des deutsch­sprachigen Unterrichtes, war). Wann kam ich als Leiter des Studienganges in Betracht? Einer meiner Befragten erin­nerte sich, dass ich noch vor der erwähnten Konferenz für die Leitung vorgesehen war. Ich bin eher der Meinung, dass es meine Worte waren, die die Führung der Universität dazu bewegten, mich zu beauftragen. Immerhin habe ich für Wochen nach der Konferenz nichts weiter über die Angelegenheit gehört. Dann, irgendwann Ende Januar oder Anfang Februar wurde ich wiederum ab sofort zum Rektor beordert: dort wurde mir mitgeteilt, dass ich mit

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