Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 200-201. (Budapest, 2007)
KISEBB KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - FONYÓ, Attila: Deutsche Medizinstudenten in Ungarn. Einblick in die 1980-er Jahre - Német orvostanhallgatók Magyarországon. Pillantás a nyolcvanas évekbe
der Organisation des deutschsprachigen Studienganges beauftragt werde, besser gesagt, beauftragt bin. Wir beginnen im September, also blieben mir so etwa acht Monate Zeit zur Vorbereitung. Dann kamen noch einige, wohlbekannte Phrasen: man müsse einen neuen Arbeitsstil erlernen etc. Ich wartete wochenlang auf weitere Weisungen, aber niemand interessierte sich für mich. Inzwischen habe ich meine Gedanken in einem Memo zusammengefasst und als „Test" dem Zuständigen zugesandt, aber eine Antwort blieb aus. Der nächste Schritt war mein unbeantwortetes Memo aufzufinden. Ich habe den damaligen Generalsekretär der Universität gebeten nachzuforschen, wo meine Gedenkschrift liegen könne. Es war relativ leicht zu finden, mein Memo wurde in einer der mehreren Schubladen des Schreibtisches des Adressaten gefunden. Jetzt wusste ich zumindest, woran ich war und was ich zu erwarten habe. Ich musste selbst handeln, zuerst jene Personen finden, die fähig sind, die auftretenden Probleme vorherzusagen, die Aufgaben für sich zu finden, und zu lösen. So entstand eine kleine Arbeitsgruppe von fünf Personen, und auf die Auswahl der vier übrigen Personen bin ich bis heute stolz. Da ich nicht in der Führung der Universität war, brauchte ich im „inneren Kreis" jemanden, von dem ich Informationen erhalte, und dem ich meine Wünsche mitteile: ihn habe ich in der Person des damaligen Dekans gefunden. Mit seinem Mitwissen und unter seiner Obhut wurde ich selbstständig, konnte eine gewisse Freiheit im Handeln erhalten. Ganz glatt und reibungslos lief es aber nicht. Als ein Beispiel dafür berichte ich von einer Konferenz, gehalten im Gesundheitsministerium in Anwesenheit von hohen Beamten des Gesundheits- und Kultusministeriums und der Universität, die bereits über Einzelheiten des Studiums (vor allem finanzielle Fragen) beraten sollten. Wir verhandelten stundenlang, der hohe Beamte des Kultusministeriums schwieg zunächst, bis er nach ungefähr zwei Stunden Verhandlung sich zu Wort meldete: ob ein deutschsprachiges Studium überhaupt bedenkenswert sei und ob man einen solchen Schritt wagen sollte. Glücklicherweise konnte er den rollenden Zug nicht mehr zum Stillstand bringen, aber die Atmosphäre dieser Verhandlung konnte er gründlich verderben. Wir waren mit den Vorbereitungen für das deutschsprachige Studium noch ganz am Beginn, wir hatten sogar noch keine Sekretärin, keine elektrische Schreibmaschine, aber im April stellte sich dringend die Frage: woher nehmen wir Studenten? Die Hilfe kam wieder von hoher politischer Ebene. Eine Pressekonferenz in Wien wurde im Mai 1983 veranstaltet, organisiert formell von der ungarischen Presseagentur in Wien, im Hintergrund aber eine kleine Gruppe im ZK der Partei. Wie mir viel später mitgeteilt wurde, stellte sich heraus, dass der Zeitpunkt zufälligerweise sehr günstig war. Die politische Abkühlung, verursacht von den sowjetischen Atomraketen in Europa, wurde langsam intolerabel, und im Westen wartete man auf irgendein positives Zeichen, sei es nur symbolisch. So konnte der Schritt Ungarns mit der Werbung für deutsche Studenten gedeutet werden. In Wien gab ich bekannt, dass wir in Budapest Studenten aus der BRD für ein deutschsprachiges Medizinstudium erwarten. Das schien interessant zu sein. Nach meinen Worten lautete gleich die Frage: „Bedeutet das eine 'Öffnung'"? Ohne dazu bevollmächtigt zu sein, antwortete ich in völliger Ruhe: „Ja, es ist eine Art von Öffnung". Glücklicherweise fanden meine Worte keinen Weg nach Budapest. Die nächste Frage hatte einen konkreten Inhalt: „Kann man mit bilateralen Verhältnissen, bilateralem Studentenaustausch rechnen"? Wiederum spielte ich va banque: „Ein solcher Schritt hat Konsequenzen, ich selbst rechne mit bilateralem