Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 200-201. (Budapest, 2007)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - OFFNER, Robert: Der Klausenburger Arzt Johannes Hertelius (1565-1612) und sein Beitrag in der Beschreibung Siebenbürgens im Giovanni Antonio Maginis Werk: Geographiae Universae tum veteris tum novae absolutissimum opus (1596) - Johannes Hertelius (1565-1612) kolozsvári orvos adaléka Erdély földrajzi leírásához Giovanni Antonio Magini Geographiae Universae tum veteris tum novae absolutissimum opus című munkájában (1596)

Alpini (1553-1617) zum Direktor des Botanischen Gartens und etwas später auch zum Professor der Botanik berief. Der erfahrene Mediziner hatte gerade zu jener Zeit (1591-92) mehrere botanische und medizinische Werke in Druck erscheinen lassen, in denen er u.a. die Flora und die Heilkunde Ägyptens beschrieb. Er begleitete nämlich einige Jahre davor, den venezianischen Konsul zu Kairo, Giorgio Emo auf dessen Reise nach Ägypten und nutzte die Gelegenheit für seine botanischen Studien. 41 Er galt somit als bereits anerkannter Botaniker, bzw. gegenüber Hertelius durchaus als ein überlegender Konkurrent „der höheren Gewichtsklasse". 42 Zu den damaligen Dozenten zählten übrigens der berühmte Mathematiker, Physiker und Astronom Galileo Galilei, der namhafte Anatom Girolamo Fabricius d'Aquapendente und der bekannte Philosoph Francesco Piccolomini^ Der Hinweis von György Kornis, dass Hertelius "zwischen zwei Stühlen nun am Boden säße" deutet offensichtlich darauf hin, dass dieser zu Gunsten der Botanik ein Stellenangebot aus seiner Heimatstadt Klausenburg ausgeschlagen hatte. Am 6. Juli 1592 starb nämlich der Stadtpfarrer und Superintendent der Unitarier Demeter Hunyadi. Im Sinne der paritätischen Regelung war, nach dem Tode des ungarischen Geistlichen, die sächsische Nation an der Reihe, eigenen Kandidaten für diese Ämter aufzustellen. 44 Johannes Hertelius war also nicht nur ein chancenreicher Kandidat, sondern er wurde sogar vom radikalen Unitarier András Eössi, dem späteren Begründer des Sabbatarianismus, in einem Brief zur Kandidatur aufgefordert, allerdings ohne Erfolg. 45 In Klausenburg wurde die Wahl des unitarischen Pfarrers sogar um ein Jahr hinausgezögert, jedoch lehnte der junge Mediziner die Berufung ab, vermutlich weil er zu jener Zeit noch an einer Karriere an der Paduaner Universität hoffte, aber auch weil er „am Glaubensstreit in Siebenbürgen nicht teilzunehmen beabsichtigte und setzte seine botanische Studien fort". 46 Somit wurde er aus Antwerpen stammende und in Klausenburg lebende flämische Geistliche, Erasmus Johannis zum „sächsischen" Stadtpfarrer und György Enyedi zum Superintendent bestellt. 47 Aus dem Kornis-Brief ist zu entnehmen, dass Mitte des Jahres 1593 Hertelius ohne Zukunftsperspektive seine Zeit in Padua und Venedig verbrachte, denn einerseits hatte er die zwar ehrenvolle, jedoch für ihn unattraktive Stelle eines führenden unitarischen Geistlichen in der Heimat abgelehnt, andererseits gab es dort keine vakante Arztstelle, zumal sein Gönner und Freund Bernhard Jacobinus immer noch als Stadtphysikus wirkte. Es ist nach wie vor unbekannt, wann er nach Siebenbürgen zurückkehrte. Zu vermuten ist, dass seine Rückkehr 1594, aber spätestens 1595 erfolgt haben muss, vielleicht 41 Eckardt, W. & Gradmann, CH.: Ärzte Lexikon von der Antike bis zur Gegenwart. Heidelberg, 2oo6. 8. 42 Veress, E.: 1941. 210: „1592 december 16-án feljegyeztetett a Natio Germanica irataiban, hogy Hertelius a botanika segédtanára, de egyik olasz tanártársa által megakadályoztatott a tanításban, az artisták támogatását kérte, terjeszszen fel folyamodást az egyetem rektor útján a velenczei tanácshoz, hogy Hertelnek igazságot szolgáltasson, ami a Natio Germanica eznapi ülésén egyhangúlag elhatározott." 43 Zur Geschichte der Universität Padua vgl. noch Rosetti, L.: Die Universität Padua. Ein geschichtlicher Quer­schnitt. Trieste, 1985. 35-36; Del Negro, P.: The University of Padua. Eight Centuries of History. Padova, 2003. 44 Binder, P.: 1996. 5-6; Kénosi Tőzsér, J. / Uzoni Fosztó I.:2005. 395. 45 Kiss, A.: Más források, más értelmezések. Marosvásárhely, 2003. 171. 46 Káldos J.: Az unitárius egyház helyzete a XVI. század végén. In: Europa. Balcanica - Danubiana - Carpa­thica, Annales Cultura-Historia-Philologia. Budapest, 1995. 140-142; Klein, K. K.T932. 383-384; Binder; P.4976. 68. 47 Szabó, A.4989. 20, 177; Káldos, J.: 1995. 141-144; Kénosi Tőzsér, J. / Uzoni Fosztó, I.:2005. 394-396.

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