Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 198-199. (Budapest, 2007)

KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - SCHULTHEISZ, Emil: „Hin ist alle meine Kraft... " - Arztliches über Haydn. - („Minden erőm elhágy..." - Haydn orvosi szempontból.)

„HIN IST ALLE MEINE KRAFT. .. » ÄRZTLICHES ÜBER HAYDN EMIL SCHULTHEISZ „... ich war Gott lob bishero immer gesund, hab aber vor 8 Tagen einen Englischen Rheu­matismen überkommen, der so stark ist, dass ich bisweilen hell laut schreyen muss. Doch hoffe ich denselben bald zu verliehren (!), weil ich mich, wie hier der Gebrauch ist, ganz von unten bis oben mit Flanell eingewickelt habe. ... " - schreibt Joseph Haydn in seinem Londoner Tagebuch im November 1792. Haydn war bis in sein höchstes Alter ein kerngesunder Mensch. Alle, die mit ihm zusammen waren, schildern seinen Körper als kräftig. Wir wissen von keiner Krankheit, die er in seiner Kindheit gehabt hat. Auch kein Zug jener Jugendmelancholie, die man von an­deren Künstlern berichtet, ist von ihm aufgezeichnet worden. Dass er in seinen Jugend­jahren die Pocken durchgemacht haben muss, darauf weist nur sein von Narben entstelltes Gesicht hin. Schön war er in seiner Jugend gewiss nicht. Von seinem Bild sprach er noch später als von einem „brutto ritratto". Unterlippe und Unterkiefer waren stark vorgewölbt und die Nase infolge eines angeblich von der Mutter „geerbten" Polypen im unteren Teil aufgedunsen. „Es war ein sehr irdisches Gesicht" - sagt H. H. Jacob, eigentlich nicht des eines Künstlers. Das sollte Haydns Beziehungen zu den Frauen erschweren - allerdings nur in den Jugendjahren. Doch war das längliche Gesicht immer freundlich: „Mag man mir's ansehen, dass ich 's mit jeder m an gut meine", - sagte er vor einem seiner Bilder stehend. Haydns Beziehungen zu Ärzten begannen ziemlich spät und waren im Anfang rein ge­sellschaftlicher Art. Seit 1780 weilte der Meister viel in Wien, besonders im Winter, und wurde im Haus Genzinger mit großer Freundlichkeit empfangen. Dr. Genzinger war Frauen­arzt und Mittelpunkt eines gesellschaftlichen Kreises. Seine Frau war es, die den alternden Meister nach Wien zog: „Euer Gnaden können ganz ruhig sein, denn meine Freundschaft und Hochschätzung, so zärtlich dieselbe ist, wird niemahlen (!) strafbar werden" - schreibt Haydn an Frau Genzinger. Bis zur Zeit der Londoner Reise besitzen wir keine Aufzeichnung von irgendeiner Krankheit. Auf der Fahrt hatte Haydn eine leichte Seekrankheit auf dem Schiff befallen. Er hat sie viel besser niedergekämpft, als die meisten Passagiere es sonst zu tun pflegen. Aber bei der Ankunft in London wurde er von heftigen Kopfschmerzen befallen - wahrscheinlich von der Aufregung. In London machte er die Bekanntschaft des berühmten Arztes John Hunter. Dieser war einer der bedeutendsten Chirurgen seiner Epoche, und prominentes Mitglied der hohen englischen Gesellschaft, mit dem Haydn regelmäßig verkehrte. An den von seiner Frau Anna gestalteten Abenden war Flaydn ein gern gesehner Gast. Mrs. Hunter hegte künstlerische Interessen und betätigte sich auch als Dichterin englischer und Waliser

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