Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 196-197. (Budapest, 2006)

KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - KILLYEN, Hansgeorg von: Neue Daten zu Studien- und Wirkungsorten siebenbürgisch-sächsischerArzte im Zeitraum 1870-1936

Bekanntlich war der Universitätsbesuch im Habsburgerreich zahlreichen Ein­schränkungen unterworfen, beispielsweise durch die Verordnung von Kaiser Ferdinand III (1608 - 1657), der gemäß beim Abschluss der Universität ein Eid zu leisten war, dessen Text theologische Dogmen enthielt. So den Passus der unbefleckten Empfängnis, der für viele protestantische Studenten inakzeptabel war. Aus diesem Grunde verließen die protestantischen Mediziner nach Abschluß des Studiums die Universitäten des Kaiserreiches nicht als Doktoren sondern als Lizenziaten oder Magister. Erst 1785 schaffte Joseph 11. diesen Passus ab." Auch war um die Mitte des 19. Jahrhunderts das Studium außerhalb der Habsburgermonarchie beschwerlich, da zahlreiche Bewilligungspapiere seitens der k. k. - Administration dafür nötig waren. Weitere Faktoren, die die Peregrinatio academica beeinflusst oder eingeschränkt haben, waren die häufigen Kriege in ihrer doppelten Wirkung: Not- und Mangelzustände, die materiell und effektiv die Mobilität von Studierenden beeinträchtigten. Auch waren Mediziner, auch solche sich in der Ausbildung Befindende, den Herrschenden in Kriegszeiten wichtige Personalbestände der Truppen. Nicht zuletzt waren jahrhundertlang die großen Pest- und Cholera-Epidemien ein Hemmfaktor der menschlichen Bewegungsfreiheit und somit auch der studentischen Migration. Begrenzend auf die Ausbildung wirkten nicht zuletzt die großen Entfernungen zu den Universitätsstädten, in unserem Fall von der siebenbürgsichern Heimat aus gesehen. Meine Recherchen zum Thema: Studienorte siebenbürgisch-sächsischer Mediziner umfassen die Zeit von 1870 bis etwa 1936. Vor einigen Jahren stellte ich eine Tabelle der europäischen Hochschulen auf, an denen siebenbürgisch-sächsische Ärzte ihre Diplome erworben hatten. (Tab 1.) Tab. 2. Universitätsbesuch siebenbürgischer Mediziner vor 1849 Universität Immatri­Sieben bürger* Medizinstu­Anteil (%) Anzahl der Pro­kulierte denten motionen Wien 3808 2742 247 9 93 Halle 329 237 59 25 27 Padua 138 99 39 39 26 Leiden 395 284 34 12 8 Utrecht 223 161 22 14 16 Jena 758 546 26 5 6 Leipzig 330 238 23 10 7 Franeker 4 1 7 300 21 7 5 Wittenberg 1509 986 21 2 1 Erlangen 132 95 13 14 8 " Tabelle nach Flechtenmacher, C: Die Diplome der deutschen Ärzte. In: Medizinische Zeitschrift 12/12, Hermannstadt, 1938, S. 303 - 305, vom Verlasser verändert. Analoge Daten sind auch in der von Offner, (2001) aufgesetzten Tabelle für die Zeit vor 1849 aufgelistet. (Tab. 2). 12 Offner, : 2001, S. 212. (Die Gesamtzahl der ermittelten Immatrikulationen beinhaltet sowohl die „echten" Siebenbürger als auch die aus den sog. Partes. Der Anteil der ersten Gruppe wurde vom Autor mit 72% berechnet und auf alle Hochschulen bezogen.)

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