Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 196-197. (Budapest, 2006)

KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - KILLYEN, Hansgeorg von: Neue Daten zu Studien- und Wirkungsorten siebenbürgisch-sächsischerArzte im Zeitraum 1870-1936

sprachlich und historisch unterschiedlichen Regionen. Die Kontinuität und Konstanz dieser Bewegungen sicherten letztendlich die Entstehung eines europäischen Netzwerkes von interkulturellen Verbindungen, heute noch einer der Grundpfeiler europäischer Kultur. Hauptziel der im Titel angekündigten eigenen Recherchen ist zunächst die Erfassung der Bewegungen und der Aufenthalte von Medizinstudenten aus Siebenbürgen zu und an ihre Studienorte im 19. und 20. Jahrhundert. Dank der Fülle an Daten kann dieses Thema nur exemplarisch behandelt werden. In vorliegender Arbeit werden zwei Aspekte vertieft und zwar die Migration der Medizinstudenten und danach die postuniversitäre Bewegung bzw. Migration siebenbürgischer Mediziner an einigen Beispielen, beides für den Zeitraum 1870-1936. A. Zur Migration der siebenbürgisch-deutschen Medizinstudenten Die Geschichte der Peregrinatio siebenbürgischer Studierender ist fast 800 Jahre alt. Der Historiker und Migrationsforscher studentischer Bewegungen Sándor Tonk nennt einen aus Siebenbürgen stammenden Studenten Namens Bethlehem, der von 1177 bis 1183 Zögling der Klosterschule Saint Genève in Paris war. Die Studienaufenthalte siebenbürgischer Studierender an den Universitäten Europas ist schon seit langem Thema der Historiographie. Allein die Zeitschrift für Siebenbürgische Landeskunde (1878 - 1930 „Korrespondenzblatt des Vereins für Siebenbürgische Landeskunde", 1931-1941 „Siebenbürgische Vierteljahresschrift" sowie 1971-1977 Korrespondenzblatt des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde") führt für die Jahre von 1840 bis 1944 26 Beiträge zum Thema Siebenbürger an ausländischen Hochschulen. Autoren der letzten 30 Jahre, die sich mit diesem Thema befaßt haben, waren u.a. Sándor Tonk, Miklós Szabó, Gernot Nußbächer, Ernst Wagner, Paul Philippi, Ferenc Postma, László Szögi und Robert Offner. Bevor ich einige neue Aspekte zum Thema studierende Mediziner Siebenbürgens an europäischen Universitäten näher erläutere, soll ein methodisches Dictum, das Ernst Wag­ner 1992 nennt und das auch für uns anstrebenswerte Gültigkeit hat, zitiert werden. Wagner schrieb: „Eine Beschränkung nur auf Siebenbürger Sachsen beziehungsweise deutsch­sprachige Studierende kam für mich schon aus methodischen Gründen nicht in Frage, da bis J Tonk, S.; Erdélyiek egyetemjárása a középkorban [Universitätsbesuch der Siebenbürger im Mittelalter]. Buka­rest, 1979. 4 Sächsische Studenten auf Universitäten. In CD-Rom „Register der Periodika des Vereins für siebenbiirgische Landeskunde 1840-1944, AKSL, Heidelberg, 2005"; Huttmann, A.: Die Studierenden aus Siebenbürgen und Ungarn an der Universität Basel in den Jahren 1460-1600. In: Comm. ex bibl. bist. med. hung, 13 (1959) 5-20; Kaiser, W.: Die Doktordissertationen transylvanischer Mediziner an der Universität Halle. In: Forschungen zur Volks- und Landeskunde Nr. 16/2, Hermannstadt, 1973., S. 37-47; Tonk, S.: Siebenbürgische Studenten an den ausländischen Universitäten. In.: Beiträge zur Siebenbürgischen Schulgeschichte, Abs. Archiv, Bd. 32, Köln, Wien, Weimar 1996, S. 113-127 Wagner, E.: Das Projekt siebenbiirgische Studierende an ausländischen Universitäten und Hochschulen. In: Zeitschrift f. Siebenbiirgische Landeskunde 2/1978. Köln, Wien, 1978, S. 181 - 185; Philippi, P.: Heidelberger Studenten aus dem Donau-Karpalcnraum zwischen 1810 und 1870. In: Forschungen z. Volks- und Landeskun­de, 29, Hermannstadt, 1986, S. 40-60; Offner. R.: Der medizinische Wissensaustausch zwischen Siebenbürgen und anderen europäischen Ländern im Spiegel des Auslandsstudiums und der ärztlichen Ausbildung der Siebenbürger vor der Gründung der Klausenburger Universität (1872). Weinheim, 2001.

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