Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 196-197. (Budapest, 2006)

KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - KILLYEN, Hansgeorg von: Neue Daten zu Studien- und Wirkungsorten siebenbürgisch-sächsischerArzte im Zeitraum 1870-1936

in die Neuzeit die nationale Zugehörigkeit nicht zuverlässig ermittelt werden kann". Wagner befürwortete die Erfassung aller Siebenbürger an allen europäischen Universitäten und hochschulartigen Einrichtungen. 5 Dabei geht es um 200 Universitäten und Hochschulen in 160 Städten Europas. Ob und wie dieses große Projekt der Erfassung aller siebenbürgischer Studierenden durchgeführt werden kann, ist schwer zu prognostizieren. Über die vorakademische Ausbildung des Sanitätspersonals, also die Schulung von Wundärzten, Chirurgen, Feldscherern und Plebammen, wie sie in Siebenbürgen bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts stattfand, ist wiederholt berichtet worden 6 Entscheidend in der Ausbildung des nichtakademischen Sanitätspersonals aus Siebenbürgen war die Gründung des medizinisch-chirurgischen Institutes 1775 in Klausenburg. Dort wurden in Kursen, die ab 1788 zunächst zwei und später drei Jahre dauerten, Chirurgen ausgebildet Dort erlangten sie auch den Titel eines Magisters der Chirurgie. 7 Die akademische Ausbildung der Ärzte aus Siebenbürgen war bis 1872, dem Grün­dungsjahr der Klausenburger Universität, nur im Ausland möglich. Für Gesamtungarn gilt das Jahr 1769 als Beginn des akademischen Medizinunterrichts, als die medizinische Fakultät an der Universität Tyrnau (Nagyszombat, heute Tmava in der Slowakei) eröffnet wurde. Das Gesundheitswesen sowie die medizinischen Hochschulen im Habsburgerreich waren zu Zeiten von Maria Theresia und Josef II durch den geistigen Reformator des gesamten Medizinalwesens Österreichs, Gerard van Swieien (1700 - 1772) geprägt. Er reorganisierte zunächst das Heilwesen der Stadt Wien, z.B. mit der Gründung des Allgemei­nen Wiener Krankenhauses und mit der Umgestaltung der Wiener medizinischen Hochschule. Danach wurde das sog. Conformetur-Prinzip - ein für jene Zeit des aufgeklärten Absolutismus typische Erscheinung - angewendet. Diesem Prinzip nach mussten alle Strukturen in den Kronländern der Habsburgermonarchie das Wiener Modell kopieren, im Falle der Hochschulen z.B. Bauten, die Einrichtungen, die Satzungen, die Stundenpläne usw., so geschehen in den medizinischen Instituten der Universitäten von Prag, Padua, Pavia, Krakau, Olmütz, Salzburg, Graz, Innsbruck und Tyrnau. Alle Professoren der Tyrnauer Medizinischen Fakultät waren in der ersten Generation Schüler und Anhänger van Swietens. 8 Über den Werdegang der medizinischen Hochschulen in Ungarn im 19. Jahrhundert liegen bedeutsame Studien vor, die wir hier nur nennen können. 9 5 Wagner, 1978. 6 Maizner, J.: A Kolozsvári Orvos-Sebészi Tanitézet történeti vázlata 1775-1872 - [Historische Skizze des Klau­senburger Medizinisch-Chirurgischen Institutes 1775-1872]. Kolozsvár 1890; Huttmann, 1959; Offner, 2001. Huttmann, A.: Die Rolle der extrauniversitären Ausbildung in der Vergangenheit Siebenbürgens. In: Zeitschr.f Siehenb.Landesk., Hei't 1, Köln, Wien, 1979, S. 16-21. R Rákóczi, K.: Ungarische Zöglinge des Josephinums (1785 - 1 806). In Comm. Hist. Artis Med. 190-193 (2005) 197-213. 9 Nastasa, L. - Karady, V.: The University of Kolozsvár/Cluj and the Students of the Medical Faculty ( 1872­1918). Bp., 2004; Hőgyes, E.: Emlékkönyv a budapesti király magyar tudományegyetem orvosi karának múlt­járól és jelenéről [Erinnerungsbuch über die Geschichte der medizinischen Fakultät der königlichen un­garischen Universität zu Budapest.].- Bp., Athenaeum, 1896. 1004 S. Schultheisz, E.: Az európai orvosi okta­tás történetéből. Stúdiumok a középkorban és koraújkorban [Aus der Geschichte des medizinischen Unterrichtes. Studien im Mittelalter und in der frühen Neuzeit]. Piliscsaba, 2003.

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