Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 196-197. (Budapest, 2006)
KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - KILLYEN, Hansgeorg von: Neue Daten zu Studien- und Wirkungsorten siebenbürgisch-sächsischerArzte im Zeitraum 1870-1936
NEUE DATEN ZU STUDIEN- UND WIRKUNGSORTEN SIEBENBÜRGISCH-SÄCHSISCHER ÄRZTE IM ZEITRAUM 1870-1936 HANSGEORG VON KILLYEN Erasmus von Rotterdam ist der Namensgeber für wissenschaftliche Austauschprogramme der Europäischen Union und dazu gehört auch die Erforschung der Peregrinatio academica, der studentischen Wanderungen in Raum und Zeit. Ziel dieses EU-Projektes ist die Sammlung und Auswertung von Daten über die komplexe Rolle der Intellektuellenbewegung in Europa seit der Reformation bis in die Gegenwart. Dadurch erhofft man sich eine bessere Kooperation zwischen Historikern und eine neue Identitätsfindung in der wissenschaftlichen Welt, der sog. „europäischen Gelehrtenrepublik" unseres Kontinents. 1 Die Erforschung der Peregrinatio academica hungarorum hat nicht nur in Ungarn und Siebenbürgen Breitenwirkung und dadurch Modellcharakter. Seit über 20 Jahren sind zahlreiche Forscher an der Sammlung von Daten für dieses Projekt beteiligt. Erfasst werden ungarländische Studierende, deren Wurzeln (Geburts- oder Wohnorte) in den Ländern der ehemaligen Stephanskrone, also im historischen Ungarn bis 1918 liegen. Das Projekt „ Die Universitätsbesuche ungarlän dis eher Studierender in der Neuzeit" unter der Leitung von Prof. Dr. László Szögi, Direktor der Universitätsbibliothek der Eötvös Loránd Universität Budapest ist fortgeschritten, 15 Bände mit den Ergebnissen der Recherchen stehen bereits der Wissenschaft zur Verfügung, andere sind kurz vor ihrem Druck. 2 Schon im Mittelalter war der Wechsel von Studienorten - auch „Chavalierstouren" genannt - immer von großer Bedeutung und der fahrende Scholar ein Begriff. Die Folgen der Migration waren die erhöhte und vielfältige Rezeption von wissenschaftlichen Informationen und die intensive Weitergabe von solchen durch die Wissensträger, den Studenten. Dazu kam die Verbreitung von Schriften, Büchern und anderen Kulturträgern, welche die Studenten von ihren Hochschulen mitbrachten und in ihrer Heimat vertrieben. Auch heute sind die Wanderungen der Akademiker während ihrer Ausbildungszeit und auch danach wichtige kulturanthropologische Fakten. Meist waren diese Bewegungen Kurzzeitmigrationen, also Aufenthalte von Monaten bis wenigen Jahren an Universitäten in ' Gönczi, K. .Sammelrezension: Universitätsbesuche ungarischer Studenten im Ausland. Historische Literatur, 2004 - 2 - 043, Budapest (Bp.), 2004 2 Szögi, L. - Kiss. J. M: Magyarországi diákok a bécsi egyetemeken és főiskolákon 1849 - 1867 [Studenten aus Ungarn an den Universitäten und Hochschulen Wiens 1849 - 1867]. Bp., 2003; Fazekas, I.: A bécsi Pazmaneiim magyarországi hallgatói 1623 - 1918 [Studenten aus Ungarn am Pazmaneum in Wien 1612 1918], Bp., 2004; Offner, R.: Die Rolle der Universität Erfurt in der Ausbildung ungarländischer Mediziner (1512 - 1816). In: Comm. Hist. Artis Med. 186-187 (2004), 17-36; Mehrere Tagungen zu diesem Thema fanden statt, z.B. in Tübingen (2003), Wien (2006), Budapest (2006).