Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 190-193. (Budapest, 2005)

KÖNYVSZEMLE - BOOK REVIEW

Whitworth: Dictionary of medical eponyms. New York-London, 1996), ist dieses Buch nicht als Wörter- oder Nachschlagebuch gedacht, es ist mehr ein Lesebuch, und mit einer Begrenzung fokusiert es nur auf Eponyme, welche die Namen der mythologischen Personen als Grundlage bertrachtet. Auf der anderen Seite entspricht der Titel nicht ganz genau dem Inhalt, da es sich nicht nur um Eponyme aus der griechisch-römischen Mythologie handelt, sondern auch um biblische, sowie auch um Personen aus der neuzeitlichen Literatur. Der Ansatzpunkt der vorliegenden Arbeit besteht darin, den Studenten zu zeigen, „daß medizinische Terminologie mehr (ist) als öde Grammatik­Quälerie und stupide Vokabel-Paukerei" (S. V). Im Prolog „Medizin, Mythos und das Medium einer Terminologie" verwendet der Autor für solche Eponyme weniger bekannte Bezeichnungen der Mythonyme und definiert die Kriterien für die Zuordnung zu seiner Auswahl. Es sollen fiktionale Wesen mit menschlicher oder menschenähnlicher Gestalt sein und die mit diesen Mythonymen bezeichneten Begriffe gehören nur teils zu der medizinischen Terminologie (Anatomie, Physiologie, Psychiatrie und Pharmakologie). Außerdem sollen sie wenigstens in zwei bekannten deutschsprachigen Standardwörterbüchern der Medizin vorkommen. Das Buch gliedert sich in mehrere Kapitel, je nach der Herkunft der zugrundeliegenden Personen. Zuerst sind es Götter und Heroen der griechischen, römischen und ägyptischen Mythologie (z. B. Iris, Aphrodisiaka, Atropin, Ödipus-Komplex, Achillessehne, Ammoniak), dann biblische Gestalten (z. B. Onanie, Adamsapfel) und mittelalterliche christliche Märtyrer (z. B. Hiob-Syndrom, Cherubismus, Antoniusfeuer) und zuletzt Helden aus der neuzeitlichen Literatur (z. B. Syphilis, Pickwick-Syndrom). Es werden sogar auch historische Personen behandelt, und zwar Sapho, Diogenes, de Sade und Sacher-Masoch. Der Verfasser hat in seine Auswahl den römischen personifizierten Gott Terminus aufgenommen und stellt fest, daß „Endgültig vorbei (ist) auch die Chance, den alten Termi­nus ... zum Gott der Fachsprachen zu stilisieren" (S. 110). Die Auswahl ist begrenzt und es können nur schwer andere Eponyme hinzugegeben werden. Ich würde Risus sardonicus vorschlagen, ein Eponym, das auch mit der griechischen Antike und Mythologie zu tun hat. Im Epilog unter dem Namen „Pathologie, Poesie und Praxis einer Fachsprache" befindet sich ein kleinerer theoretischer Teil des Buches. Die Eponyme werden in den Tabellen nach dem ersten Auftreten und der Herkunft, nach dem charakteristischen Merkmal und nach Eigenschaften und Fähigkeiten zusammengefaßt, die tertium comparationis gebildet haben. Die Vorteile solcher Eponyme entsprechen meistens den Vorteilen der lateinisch-griechischen medizinischen Terminologie. Es sind die Kürze, die Tatsache, daß sie „dem gleichen intelektuellen und sprachlichen Milieu", wie die ganze medizinische Terminologie, entstammen, daß sie „Helden ohne Paß" sind, d. h., daß sie international und nicht an eine Nation gebunden sind. Sie sind zugleich auch ein guter Beweis der Gelehrsamkeit des Benutzers (S. 184-185). Der Verfasser ist überzeugt, daß diese Sprachsymbole mit dem Fortschritt in der Medizin im Einklang sein können. Er schreibt: „Eine Entzauberung durch Forschung ging bisweilen Hand in Hand mit einer Verzauberung durch Wortschöpfung"(S. 186). Das Ende des Epilogs klingt pessimistisch aus, da der Verfasser seinen Zweifel ausdrückt, ob Gestalten des Altertums noch lange ein Teil der kulturellen Tradition sein werden. Ich wäre nicht so pessimistisch, da die fehlende klassische Bildung schon heutzutage eine Resalität ist, und trotzdem leben solche Eponyme

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