Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 186-187. (Budapest, 2004)

TANULMÁNYOK — ARTICLES - MAGYAR László András: Die siebenbürgische "Vampir-Krankheit". - Az erdélyi "vámpírbetegség"

erklärung" in solchen Fällen in den Vordergund, wenn irgendeine unbekannte und gefürch­tete Epidemie grassierte. Sie konnten sich ebenso auch an Pest, Cholera, Sepsis, oder hys­terische Endemie, sowie durch ungenügende Ernährung veursachte Krankheiten anschlie­ßen. Das Wesen, die Quintessenz der Vampir-Krankheit ist also nicht in den Symptomen, sondern in der Entstehungsgeschichte (Ätiologie) der Krankheit, das heißt, in dem gegebe­nen Glaubenskreis zu suchen und zu finden. Eine Krankheit ist eigentlich keine selbständi­ge Entität, sondern eine Gruppe der Symptome, bezeichnet mit einem spezifischen Namen. Die Eigenart der Vampir-Krankhiet ist, daß in ihrer Hervorhebung nicht die Symptome der Krankheit, sondern die auf dem Aberglauben ruhende Volksetiologie die Hauptrolle spielt. Ähnliche Phenomäne sind auch heute zu beobachten: zum Beispiel im Fall der Erkrankun­gen mit dem Sammelnamen „Krebs". Eine eigentliche „Krebskrankhe it" existiert nicht; sie ist nur im Volksglauben auffindbar. 2. Zur Frage, warum die Vampir-Krankheit ausgerechnet in diesem Zeitalter die Bühne der Öffentlichkeit betrat, können wir nur Hypothesen aufstellen. Der Vampir-Glaube selbst existierte schon seit Jahrhunderten, wenn nicht sogar seit Jahrtausenden unter den balkani­schen Völkern, so konnte auch die Vampir-Krankheit schon seit Jahrhunderten bekannt sein. Die Ursache der Hervorhebung dieser Krankheit lag vielmehr in der Tatsache, daß das Habsburgreich am Ende des 17. Jahrhunderts militärisch erfolgreich gegen die Türken vorging und bedeutende nord-balkanische Gebiete eroberte. Auf diesen Gebieten, wurden bislang unbeachtete Phenomäne und Daten plötzlich wahrgenommen, registriert, aufge­zeichnet und analysiert. Also war nicht die absolute Zahl dieser Phenomäne, sondern die Zahl der registrierten Vorfalle, oder der Wahrnemungen selbst angestiegen. Das neue kaiserliche Verwaltungs­system machte Europa auf dieses Phenomän aufmerksam. Das bietet auch eine Erklärung zur Tatsache, warum fast jeder siebenbürgische Vampir-Vorfall mit Epidemien in Verbin­dung stand. Die Staatsverwaltung interessierte ohnenhin in erster Reihe die zu bekämpfen­de Epidemie und kaum der Volksglaube bzw. Aberglaube über die Vampire. Die Geschichte der Vampirkrankheit dient hinsichtlich der Mentalitätsgeschichte, Ver­waltungsgeschichte oder der Glaubensgeschichte gewiß mit vielen weiteren Erkenntnissen. Mit der gegenwärtigen, bescheidenen Analyse versuchte ich nur die oben erwähnten zwei Fragen zu beantworten. Denn es gibt manchmal kein reizenderes und lehrreicheres Unter­nehmen, als über das Nichtexistierende nachzudenken und darüber zu schreiben. LÁSZLÓ ANDRÁS MAGYAR, D.Univ. deputy director Semmel weis Library for the History of Medicine H-1023 Budapest, Török u.12. HUNGARY in der Geschichte des Mittelalters, in den Hexenprocessen, auch im Vampyrismus, der im Anfang des 18. Jahrhunderts epidemisch in Ungarn, in Sibirien usw. auftrat, und die Wahnvorstellung zeigte daß die Kranken glaubten, verstorbene Feinde wären wieder aufgewacht, und saugten ihnen das Blut aus, eine erhebliche Rolle. Übrigens gehört ein großer Theil dieser, als Melancholiker beschriebenen Kranken in die Classe der Paranoikcr." Eulenburg, A. (Hrsg.): Real-Encyclopädie der gesammten Heilkunde. Wien-Leipzig, Urban und Schwarzenberg, 1887, Bd 12, 689. Weitere Literatur: J. Gomez-Alonso: Rabies, a possible explanation of the vampire legend. Neurology vol. 51/3. (1998) 856-859.

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