Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 186-187. (Budapest, 2004)
TANULMÁNYOK — ARTICLES - MAGYAR László András: Die siebenbürgische "Vampir-Krankheit". - Az erdélyi "vámpírbetegség"
tiale Regium), Siebenbürgen dagegen vom sogenannten Gubernium verwaltet. Die völlige Sammlung der vom Statthalterrat eingestellten Gesundheitsverordnungen und Gesetze wurden von Franciscus Xaverius Linzbauer, dem Professor der Chirurgie an der Universität Pest, in fünf Bänden unter dem Titel: Codex sanitario-medicinalis Hungáriáé herausgegeben (1852-1860). 25 Diese Sammlung ist nicht nur enorm datenreich sondern enthält auch mit dem Vampirismus zusammenhängende Angaben. Aus unserem Gesichtspunkt ist das vom 17. März 1755 stammende, reiche Material außerordentlich interessant. Der erste Teil des Textes erzählt - in lateinischer und ungarischer Sprache - die kurze Geschichte der Vampir-Erscheinungen, dann folgt ein Auszug aus Tallar's Bericht und schließlich werden schlesische und mährische Parallele erwähnt. Der zweite Teil des Textes besteht aus der deutschen Übersetzung von Gerhard van Swietens Dissertation über die Vampire. Diesmal sollen nur die Siebenbürgen betreffenden Angaben hervorgehoben werden. Zitat: ,JExperientia docet" — beginnt der Text — „daß die ganze serbische (russica) und die rumänische (valachicaj Nation, die in Ungarn fast bis Buda, südwärts aber bis auf Konstantinopel, in der alten, sogenannten „ripensi" Dacia, in Süd-Siebenbürgen, in der Valachei und in Moldavia lebt, über ihre Toten und über den Tod schlechthin einen alleinstehenden Glauben sich bewahrt hat, der besonders dann aktiv wurde, wenn sie von einer außerordentlichen Epidemie angegriffen wurde. Einige Tote — die überhaupt nicht infolge der Epidemie starben- wurden an bestimmten Tagen auf „heidnische Glaubweise " gefragt, warum sie gestorben sind, obwohl sie in ihrem Leben sehr reich waren, weil sie meinen, daß sie von diesen „reichen" Toten „gesaugt"(exsugi) wurden. Die Walachen aber - wie es Köleséri in seinem Scrutinum pestis Dacicae schrieb - meinen, daß sie von diesen Vampiren „gekaut" (masticari) wurden." Der Autor (der Verfasser der Texte) schreibt, obgleich in der damaligen Zeit so viele berühmte ungarische Ärzte tätig waren, aber keiner von ihnen einen einzigen Vampirleichnam seziert hat. Dann ist noch zu lesen, daß um 1732 das Thema „ad nauseam usque agitata" also bis zum Brechreiz behandelt wurde, im Jahre 1755 aber, „Dank der Anordnungen des Wiener Hofes und dem van Swietens Traktätlein wurde es plötzlich sehr still um den Vampirismus und derartige Blödsinne innerhalb der Grenzen unserer Heimat fast nicht mehr zu hören sind." Ich möchte nur bemerken, daß selbst diese Behauptung einfach eine Unwahrheit war. Van Swietens Arbeit bietet leider keine Daten bezüglich Siebenbürgens. Nur seine einzige Bemerkung is hier hervorzuheben, er schreibt nämlich daß, „die Vampire sich in Ungarn in den Dorfschaften der Hajdonen jenseits der Theiß, gegen Siebenbürgen im Jahre 1732 zugetragen haben" 26 , aber nicht unter der rumänischen, sondern ausschließlich unter der serbischen Bevölkerung. In der von dem Verfasser verfaßten Einführung des Textes, können wir auch über sog. Poltergeister lesen, während über Krankheiten oder Epidemien dagegen ganz und gar nichts über sie geäßert wird. 5. Ein weiteres interessantes, obwohl sehr spätes Quellenmaterial über die VampirKrankheit ist noch zu besprechen. Es handelt sich um die 1782 in Wien veröffentlichte 25 Lizbauer, X. F.: Codex sanitario-medicinalis Hungáriáé. Budae, Universitas, 1852-1860, 1, 716-737. 26 Zitiert wahrscheinlich von den Lettres Juives von D'Argens.