Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 186-187. (Budapest, 2004)

TANULMÁNYOK — ARTICLES - MAGYAR László András: Die siebenbürgische "Vampir-Krankheit". - Az erdélyi "vámpírbetegség"

medizinische Dissertation des Siebenbürger Sachsen Martinns Martini (1750-1800), des späteren Stadtphysikus von Schäßburg, über die Daemonomanie. 21 Diese Dissertation war dem siebenbürgischen Gouverneur Georg Bánffy gewidmet. Martini untescheidet drei Ty­pen der Dämonomanie: 1. Die echte (vera) Dämonmanie. 2. Die eingebildete (fictita) Dämonmanie. 3. Die krankhafte Dämonmanie. Wie er behauptet, gab es eine wirkliche, vom Teufel selbst versursachte Daemonomanie - wenigstens zu seiner Zeit - nicht mehr. Wenn derartige Dämonmanie überhaupt noch vorhanden sei, wird sie mit Simulation oder Irrsinn identifiziert. Martini schreibt im zwei­ten Teil seines Werkes (15-69), nach dem Kapitel über den Hexenglaube, auch über den Vampirismus (41-69). Seiner Meinung nach ist die Vampir-Krankheit mit dem Incubus identisch. Noch dazu behauptet er, daß diese Krankheit schon in der Antike existierte. Die Vampir-Krankheit darf somit unterschiedlich erklärt werden, und zwar: 1. Der platonischen Erklärung nach, setzt die Seele, nach dem Tod ihr unabhängiges Le­ben fort und kann verschiedene Erscheinungen verursachen. 2. Der parazelsistischen Erklärung nach gibt es eine Astralseele, die ähnliche Phenomäne veursachen kann. 3. Nach Ranfft - der über die masticatio mortuorum schrieb - nach dem Tode lebt eine besondere vis vitális (Lebenskraft) fort, die den Leichnam manchmal in Bewegung setzen kann. 4. Die Erscheinungen können auch mit Scheintod erklärt werden. 5. Die fünfte Möglichkeit ist die schon früher zurückgewiesene dämonische (abergläubische) Erklärung. Nach dieser Einführung bringt Martini - leider nur auf Grund der serbischen Vorfälle ­eine Beschreibung der Krankheit. „Der Vampirismus unterscheidet sich von der Ephialtes (Incubus) darin, daß jeder, der dem Vampirismus verfällt, kürzlich sterben wird, während der Incubus nie oder sehr selten zum Tode jührt. Das ist aber kein essentieller, sondern nur ein gradueller Unter­schied. Der Vampirismus schließt sich ferner immer einer akuten Krankheit an. Das ist eine Tatsache, unterstützt von mehreren Angaben, gesammelt in damaligen Zeiten, als in Ungarn der Vampirismus grassierte. " (...) „Die von dieser Krankheit betroffenen Per­sonen klagen über ein plötzliches Aufwachen, Druckgefühl im Brustkorb, unterbroche­nen Atemzug (Kurzatmigkeit), Erstickungsgefühl, strarke Angst und angeblich kurz da­nach geben sie auch ihren Geist aus." 29. Martinus, M.: Dissertatio inauguralis practico-medica de daemonomania et variis ejus speciebus. Viennae, Sonnleither, 1782. a.a.O. 46-47.

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