Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 186-187. (Budapest, 2004)

TANULMÁNYOK — ARTICLES - MAGYAR László András: Die siebenbürgische "Vampir-Krankheit". - Az erdélyi "vámpírbetegség"

sauge. Bei Tageslicht zieht sich der Blutsauger, der „Moroi" in die Ecken eines Zimmers zurück. Tallar schreibt : „Sobald wir bey jenem Kranken, die von den Blutsäugern angefochten seyn sollten, an­gekommen sind, so fragten wir Sie: Wie lang Sie bettlägerig wären? - Antwort: — 2 bis 3 Tage. Was Sie klagen? - Das Herz thäte ihnen wehe. - Wo liegt denn das Herz? - Und Sie zeigeten uns die Gegend des Magens und die Gedärmen. - Diesen Schmerzen un­rechten Herzen klagte ein jeder. - Ob sie Schlaf hätten? — Sie hätten wohl Schlaf— sag­ten einige, besonders zu Kollátfa, wenn sie einschlafen wollten, so seye gleich de Moroi (Blutsäuger) da. Wie sieht denn dieser aus und wer ist er? Dieser verstorbene Mann, je­nes verstorbene Weib. — Was macht dann dieser Moroi? Er stünde nur vor Ihnen, oder in jenem Winkel .... " 21 Die Symptome der „Vampir-Krankheit" seien die folgenden: ... "Schauer , Brechreiz. Derjenige aber, der sich erbrechen konnte, der überlebte die Krise. Sie klagten sehr empfindliche Schmerzen, in ihrem vermeindtlichen Herzen (Magen und Gedärmen), Schmerzen in den Hieren, im Obertheile des Rückens, an den Schulterblättern, ein Stechen auf der Brust, eine Handbreite um und unter den Schlüs­selbeinen bald auf einer, bald auf der anderen Seite, die meisten aber um die linke. Kopfwehe, im Hintertheile des Kopfes, trübe, eitervollen Augen, schwaches gehör, Furcht und Irreden. Die Zunge ist anfangs weissgelb, den zweiten Tag braunroth, aus­getrocknet, wie ein Stück Holz, unersättlichen Durst, schnellen (Caprinus) Puls, der endlich klein wird...." 22 Weiterhin schreibt Tallar: ,jVach dem Tode werden alle um die Weichen (loca hypochondriaca) auf beyden Seiten des Halses und gegen einer Sanne um und unter den Schlüsselbeinen blau, in übrigen Theilen des Körpers aber nicht so gelb, wie andere Todte, bleiben eine Zeit lang ganz beweglich und erhalten erst in 7. bis 8. Stunden..." 23 . Die einzige Therapie bestünde - laut Tallar - in der Einsalbung der Patienten mit dem Blut eines anderen Leichnams. Es ist sehr schwierig, diese Symptombeschreibung einem heutzuta­ge gebräuchlichen Krankheitsbild zuzuordnen. Am ehesten träfe vielleicht noch die Sepsis, also „Blutvergiftung" oder der Typhus zu. Tallar bemerkt interessanterweise, daß diese Sym­ptome auch bei Feldzügen häufig vorkamen. Seiner Meinung nach sei die Krankheit eine Folge der rumänischen Ernährungsgewohnheiten, weil die Rumänen im Sommer hart und tüchtig arbeiten und hauptsächlich Früchte essen, während sie im Winter arbeitslos sind, Schnaps trinken, hungern oder fasten. Das Nichtvorhandensein der Krankheit unter den Deut­schen, mit ganz anderen Ernährungsgewohnheiten, wäre eine mögliche Erklärung dazu. 21 Tallar: a.a.O. 21-23. 22 Tallar: a.a.O. 26-27. 23 Ebd.

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