Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 186-187. (Budapest, 2004)

TANULMÁNYOK — ARTICLES - MAGYAR László András: Die siebenbürgische "Vampir-Krankheit". - Az erdélyi "vámpírbetegség"

sachten Cholera identifiziert werden könnte. Die Angaben sind aber fehlerhaft, - bemerkt der Autor, Johann Georg Heinrich Kramer. Von den übrigen Verfassern der damaligen umfangreichen Vampirismus-Literatur wurde die Frage der Krankheit einfach umgangen. Nun, die genannten Autoren des Commercium?, verneinen fast einstimmig die Existenz von Vampiren, wenn sie aber eine wirkliche Krankheit oder gar Epidemie annehmen, nen­nen sie hierfür psychische Ursachen, oder identifizieren die Krankheit mit Blutvergiftung (Sepsis), sonstigen Vergiftungen oder mit der Cholera. Unter seinen Daten finden wir leider kaum siebenbürgische Angaben. 3. Der aufgeklärte kaiserliche Hof begnügte sich jedoch nicht mit seinen Anweisungen, Befehlen und Verboten, sondern wollte eine vollkommene Aufklärung über die Vampiren­Angelegenheit bekommen. Deshalb wurde der Mainzer Chirurg Georg Tallar 1755 in die vom Vampir-Glauben betroffenen Gebiete gesandt und mit der Anfertigung eines objekti­ven Berichtes beauftragt. 20 Der Bericht von Tallar, eine der umfassendsten, objektivsten, datenreichsten und somit interessantesten Abhandlung dieses Themas, erschien allerdings erst 1786 in Wien und Leipzig bei Johann G. Mössle im Druck, und trägt den Titel „Visum repertum anatomico­chirurgicum oder gründlicher Bericht von den sogenannten Blutsäugern, Vampier oder in der wallachischen Sprache Moroi, in der Wallachei, Siebenbürgen und Banat, welche eine eigends dahin abgeordnete Untersuchungskommission der löblichen Kaiserlichen und Königlichen Administration im Jahre 1756 erstattet hat". Georg Tallar wurde - wie in der Enführung seines Buches zu lesen ist - um 1700 in Mainz geboren. Hier absolvierte er auch sein chirurgisches Studium und erwarb in Straß­burg bei Johann Saltzmann sein Diplom als Feldchirurg. Er diente unter den kaiserlichen Generälen Geyer, Vetterani, und Lobkowitz zumeist auf ungarischen und siebenbürgischen Kriegsschauplätzen und beherrschte unter anderen die ungarische, rumänische und lateini­sche Sprache. Sein Todesjahr ist allerdings unbekannt. Das Material für seinen Bericht sammelte er ausschließlich im Kreis der rumänischen Bevölkerung der Gegenden um Diemrich (Déva), in Kollátfa (in Siebenbürgen), Oburscha (in der Walachei) und im Banat. Tallar beginnt sein Büchlein mit einer kurzen geschichtlichen Einführung. Er behauptet, daß der Vampir-Glaube ein uralter slawischer und rumänischer Glaube ist, der auf Grund der Unwissenheit des Volkes und ihrer Popen aufrechterhalten wurde. Unter deutschen Bewohnern und Einwanderern sei dieser völlig unbekannt. Kein einziger Deutscher starb gemäß Tallars Forschungen an der sogenannten Vampir-Krankheit, während in der rumäni­schen Bevölkerung jährlich mehrere Hundert Personen der Seuche zum Opfer gefallen sind. Er meint, daß das Ausgraben von Leichnamen ein verbreiteter Brauch ist, und somit unmöglich zu verbieten sei. Tallar selbst war fünfmal Augenzeuge eines solchen Rituals. Erstmals in Diemrich (Déva) im Jahre 1724, weiterhin zweimal bei Kollátfa (Siebenbürgen). Dreimal sezierte er selbst die exhumierten Leichname. Tallar führt wei­terhin aus, daß der sogenannte ,,Mo/w'"im Traum der Kranken erscheine, deren Blut er 20 Vgl. Magyar, L.A.: Über die siebenbürgische Vampir-Krankheit. Ein Bericht des deutschen Chirurgen Georg Tallar aus dem Jahr 1755. Zeitschrift für Siebenbürgische Landeskunde, 25. (96.) (2002) Heft 2, 161-164; Bologa, V.: Raportul din 1756 al unui chirurg germán despre credintele romanilor asupra moroilor. Anuarul Archivei de Folklór, No. 3, 159-168. (Sonderdruck, ohne Bestimmung des Jahres aus der Sammlung der Sem­melweis Bibliothek für Geschichte der Medizin, Budapest).

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