Magyar László szerk.: Orvostörténeti közlemények 133-140. (Budapest, 1991-1992)

TANULMÁNYOK — ESSAYS - Kapronczay, Károly: Ungarisch—polnische Kontakte auf dem Gebiet der Medizin

medizinischen Fakultät konnte nicht mehr verwirklicht werden, obzwar in der Gründungsurkunde diese Absichten besonderst stark hervorgehoben stehen. Er sandte in der Organsation erfahrene, in der päd­agogischen Arbeit bewanderte polnische Mönche nach Klausenburg, aufgrund ihrer Tätigkeit erblühte die Hoffnung einer selbständigen ungarischen Universität. Der unerwartete Tod von Báthory hat aber diese Hoffnungen und Pläne zertreten, seine Vorstellungen für Vilno und Klausenburg konnten erst Jahrhunderte später ermöglicht werden. Von den Ungarn, die im Dienst des polnischen Königshofes standen, kommen Namen von Ärzten und Chirurgen vor. Die polnischen Quellen sprechen über Dezső Aval, Pál Brassai, Mihály Babba, die Militärärzte waren, und Mihály, der ein Chirurg war, und durch seine Tapferkeit eine Erwähnung fand 21 . Fast alle Arbeiten, die sich mit István Báthory befassen, widmen eine große Aufmerksamkeit den „geheimen Krankheiten". Diesen Arbeiten ist zu verdanken, daß alle in seinem Hof lebenden Ärzte, Chirurgen, Apotheker verzeichnet sind, genauso wie das mit der Heilkunst zu tun habende Personal. Es soll hier erwähnt sein, daß die Gruppierung der Kenntnisse seiner Ärzte zu dem Bild des kranken Báthory beträchtlich beitrug. An der Spitze des vermutlichen „Collegium medicorum"soll in Siebenbürgen György Blandrata gestanden haben. Durch Archivmaterialien kann bewiesen werden, daß der Reformator des Glaubens — der mit politischer Tätigkeit genauso wie mit Abenteuertum geschlagene italienische Arzt — deswegen aus dem Hof des János Sigismundus zu Báthory berufen wurde, weil er sich auf diplomatischer Ebene gut auskannte, und gute Talente besaß. Er war es, der später mit den Krakauer Verhältnisse gut betraut und polnische Kontakte besitzend auf dem polnischen Königswahl-Landtag Báthory vertrat. Nach der Wahl spielte er aber keine Rolle im Hof. Über seine medizinische Tätigkeit stehen uns zwei Belege zur Verfügung: er öffnetete einmal die Fußwunde des Báthory, und auf seine Empfehlung wurde der Arianer Nicolaus Bucella, Professor der Paduaer Universität, an den polnischen Königshof berufen. Für seine diplomatischen Dienste bekam er von Báthory die Güter in Siebenbürgen, und nicht für seine medizinischen Fertigkeiten. Das wird in der uns überlieferten Báthory—Blandrata Korrespondenz bewiesen, wo medizinische Fragen überhaupt nicht auftauchen 22 . Außer den Erwähnung gefundenen Ärzten von Báthory kommt noch bei Weszprémi der Name Ferenc Hunyadi vor, obzwar seine Heiltätigkeit von polnischen Medizinhistorikern in Frage gestellt wird. Weszprémi schreibt folgendes: „Ferenc Hunyadi, der seinen Namen seiner Geburtsstadt zu verdanken hat, da er eine beträchtliche Unterstützung aus Siebenbürgen erhielt, begab sich nach Holland. Er besuchte die Schulen von England und Frankreich, ging schließlich nach Italien, wo er besonders im Paduaer Gymnasium sein Zelt aufschlug, und weil er zu der Philosophie die Medizin wissenschaft in friedlicher Gemeinsamkeit zu paaren wußte, erlang er auf der feierlichen Versammlung der Universität den Doktorhut der Medizin. Als er diesen fremden Boden mit der heimatlichen Erde wieder tauschte, war er so auffallend mit seiner medi­zinischen Praxis, daß er beim ehemaligen siebenbürgischen Fürsten, später aber im polnischen Königshof von István Báthory die glänzende hofärztliche Stellung bekam. Als jener aber bald darauf, 1586 verstarb, erhielt er auch beim neugewählten siebenbürgischen Fürsten Sigismundus Báthory auf gebührende Weise diese Ehre, an die er sich so fest klammerte, daß er den wankelnden Fürsten auch in seiner Emigration nicht verließ, sondern ihm beistand bis zu dessen Tode. Wie vielseitig, mit hoher Wissenschaft und freiem Geist gesegneter, ausgezeichneter Mann er war, beweisen viele Taten und seine klugen Redensarten, davon eine, die besonders wertvoll erschien, auch vom Geistlichen Péter Bod in seiner Studie auf S. 113 des »Ungarischen A thenas« übernommen wurde. " Wie die Namen der oben erwähnten ungarischen Ärzte erhalten geblieben sind, genauso sind uns auch die Namen mehrer polnischer Ärzte verzeichnet. Aus den königlichen Rechnungsbüchern kennen wir Jakob Goslowski, Simon Botryn, Stanislaw Sabinka, die für ihre Dienste verschiedene Belohnungen erhielten. Hier ist auch der Name von Jan Czigulicz verzeichnet, der später den Leichnam von Báthory sezierte. Aus dieser 21 Kapronczay, Károly: Die Krankheit von István Báthory und seine Hofärzte. Acta Congressus Internationalis XXIV Históriáé Artis Medicináé. Budapest, 1974. S. 495—503 22 Kapronczay, Károly: a. a. O.

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