Magyar László szerk.: Orvostörténeti közlemények 133-140. (Budapest, 1991-1992)

TANULMÁNYOK — ESSAYS - Kapronczay, Károly: Ungarisch—polnische Kontakte auf dem Gebiet der Medizin

1527 schrieb Szydlowiecki: „... ich bete für ihn, damit die Sache, in der du jetzt bemüht bist, auf Befehl des besten Königs, gelingen soll. .. Es zeigt sich eine Hoffnung, daß unser Krakauer Palatínus die Wut dieser Fürsten besänftigen kann, die jetzt einen Krieg vorbereiten; hoffen wir, daß durch seine Vermittlung eine Übereinkunft zwischen Ferdinand und dem König von Ungarn zustandekommt. " Diese Hoffnung konnte sich leider nicht erfüllen, deswegen er in einen schlimmen Seelenzustand verfiel. Als behandelnder Arzt widmete er sein Gedicht „De tuenda bona Valetudine Carmen"über medizinische Aufklärung seinem Freund, dem Kanzler Tornicki, dessen Tod er im Jahre 1535 mit einer Elegie beweinte. Er hatte vermutlich eine ausgedehnte ärztliche Praxis gehabt, denn 1536, vor dem Tod Erasmus' schrieb er in einem Brief: über seine „gehetzte Praxis" zu Folge dessen er auch „dem Hofabsagte". Sicher war, daß er ein gesuchter und namhafter Arzt war, den János Szapolyai am Ende der 1530er Jahre bei mehreren Gelegenheiten nach Buda rief. Er blieb aber auf polnischem Boden und verstarb auch dort — obzwar der genaue Termin seines Todes noch einer Aufklärung bedarf. István Weszprémi versetzt diesen Zeitpunkt auf das Jahr 1544, und vermutete, daß er in seiner Heimat verschied. Auf Grund der Forschungen von Árpád Herczeg — und das wird im biographischen Lexikon, das von der Polnischen Akademie der Wissenschaften redigiert wurde — unterstützt — dem entsprechend verstarb er um 1549 in Krakau. János Horváth und József Waldapfel sind der Meinung, daß er nach 1550 verstarb. Es gibt sogar Meinungen, die das Jahr 1563 erwähnen. Der große Unterschied dieser Jahreszahlen konnte bisher nicht beruhigend erklärt werden, weil zwischen den zwei Daten 1544 — 1563 fast zwanzig Jahre stehen. Wahrscheinlich sind die Forschungen von Weszprémi und Herczeg nur Annäherungswerte. Er konnte zwischen 1544 und 1549 verstorben sein 19 . In der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts ist ein neues Kapitel in der Geschichte der ungarisch — polnischen medizinischen Kontakte zu beobachten. Den Grund dazu bot jene Tatsache, daß der König I. János Szapolyai im Interesse der Gründung eine gegen das Habsburgreich gerichteten Bundes Isabella von Jagelló heiratete. Der Hof wurde wieder reg von polnischen Diplomaten, Söldner und Beamten. Unter den letzteren tauchen auch wieder Ärzte auf, die als Ärzte der Königin praktizieren. Nach der Einnahme der Festung Buda durch die Türken im Jahre 1541 zog sich die verwitwete Königin nach Siebenbürgen zurück. In ihrem humanistischen Hof bekleiden fast ausschließlich Polen die ärztlichen Ämter. Darüber schreibt auch Weszprémi öfters in seiner Arbeit. Zahlreiche Daten beweisen, daß in Isabellas Hof die Polen einen Vorzug genießen, und die Erziehung sowie die gesundheitliche Betreuung ihres Söhnen János Sigismundus — gewählter ungarischer König und Fürst von Siebenbürgen — auch zu diesem Arbeitsbereich gehörte. Nicht nur János Sigismundus, sondern selbst die Königin Isabella war oft krank. Das war ein guter Grund, daß die Ärzte willkommene Gäste im Hof waren 20 . Die ungarisch —polnischen medizinischen Kontakte des XVI. Jahrhunderts werden durch den polnischen König István Báthory (1576—1586) abgeschlossen. Während seiner Regierung wurden zahlreiche Verordnungen über das Schulwesen, im allgemeinen genommen in der Kultur, erlassen. Báthory war selbst ein Humanist. In seinen Jugendjahren bewanderte er Italien, besuchte mehrere Universitäten, bis Ende seines Lebens sympatisierte er mit Padua und war bestrebt mit Absolventen dieser Universität die wichtigsten Positionen seines Hofes zu decken. Nach der Wahl zum polnischen König bearbeitete er Projekte zur Neuorganisierung der Krakauer Universität, die als Folge der Religionsstreitigkeiten zerrüttet vegetierte. Das Muster dazu Bot das Pariser College Royal, demnach die alte polnische Universität wieder zu ihrem ehemaligen Ruhm kommen sollte. Seine Pläne wurden vereitelt — aber die Vorstellungen wollte er später in Vilno und Kolozsvár (Klausenburg) verwiklichen. Die siebenbürgische Universität wollte er mit vier Fakultäten gründen. Als erste Etappe ist das Jesuiten Kollegium (1580) ins Leben gerufen worden, die er noch bei seiner Lebzeit mit einer juristischen und theologischen Fakultät erweiterte. Die Gründung der 19 Weszprémi, István: Magyarország és Erdély orvosainak rövid életrajza (Kurze Biographie der Ärzte Ungarns und Siebenbürgens). Budapest, 1960. Bd. I Szállási, Árpád: Kassai János Antal. Orvosi Hetilap, 1977. S. 815—817 20 Kapronczay, Károly: A krakkói egyetemen tanult lengyel orvosok a XVI. századi Magyarországon (Polnische Ärzte, ehemalige Studenten der Krakauer Universität im Ungarn des XVI. Jahrhunderts). Comm. Hist. Artis Med. Bd. 62—63. S. 111—116

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