Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 115-116. (Budapest, 19869
KISEBB KÖZLEMÉNYEK — ELŐADÁSOK - Duka Zólyomi, Norbert: A fiziológia a nagyszombati orvosi karon
schek, der 1759 mit der Dissertation De homine intemo promovierte und dann noch ein Werk publizierte (Systema medendi naturale etc., Wien, 1776). Die genauen Titeln der angeführten Schriften s. bei Győry. In Wien erschien jedoch 1791 ein Werk Farkas (Wolfgang) Kempelens: Mechanismus der menschlichen Sprache, nebst Beschreibung seiner sprechenden Maschine, auch französisch: Le méchanisme de la parole humaine, das zwar von keinem Mediziner verfasst wurde, aber als bahnbrechendes Prototyp des um 100 Jahre später populär gewordenen Phonographs für die physiologischen Probleme der menschlichen Sprache von grosser Bedeutung war. Ein ähnliches Outsider-Werk war auch die Schrift des 6 Jahre später wegen Jakobinerverschwörung hingerichteten Priesters und eine Zeit lang Krakauer Professors der Naturwissenschaften Ignaz Martinovics: Physiologische Bemerkungen über den Menschen (Petersburg, 1789). PHYSIOLOGIE AN DER TYRNAUER UNIVERSITÄT In 1769 wurde in Tyrnau (heute Trnava, ungarisch Nagyszombat) die erste neuzeitliche medizinische Fakultät Ungarns errichtet. Die Gründung war ein Werk G. van Swietens, der die Lehrstühle, so auch jenen der Physiologie mit seinen Schülern besetzte. Das bedeutete die erneute Weiterpflanzung der physiologischen Lehren Boerhaaves — schon über den zweiten Kanal. Van Swieten und de Haën waren unmittelbar seine Schüler, J. J. Plenck der sich gegebenenfalls auch mit Physiologie befasste und vor allem der Physiologieprofessor in Tyrnau, Adam Ignaz Prandt waren die Schüler van Swieten und de Haëns. Es schien so, als wollte Boerhaaves Geist auch noch im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts diese neue Lehrstätte beherrschen. Die Entwicklung war jedoch schon weitergegangen. Hallers Lehren und insbesondere seine experimentellen Methoden gaben ihr eine neue Richtung. Prandt, seinem verschlossenen stillem Wesen entsprechend machte keine Revolution, veröffentlichte auch keine diesbezüglichen Werke, wir kennen von ihm nur seine Wiener Dissertation, er begüngte sich mit ,,der Ergänzung von Boerhaave aufgrund eigener Erfahrungen", wie er sie in einer an A. Störck gerichteten Antwortschrift anführt [5, 6]. Seine Kollege, für Chirurgie zuständig, veröffentlichte ein physiologisches Werk über Bromatologie, d. i. die Lehre von den Lebensmitteln und Getränken, jedoch schon 1785, nach seiner Tyrnauer Betätigung [16]. Der Vorstoss zur Verdrängung Boerhaaves zu Gunsten Hallers kam von Seite der Jugend, der für das Neue ins Feld ziehenden Hörer der Tyrnauer Fakultät. Jakob Fuker, später Stadtphysikus in der Ostslowakei; schrieb in seiner Dissertation: Generalia medicináé (1773), die Geschichte und Klassifikation der Medizin, dass Boerhaave nicht mehr „ubique optimus" ist, was vor allem auf die Physiologie zu beziehen war. Seine Arbeit, die in der noch von de Haën beherrschten Wiener Fakultät nie das Licht der Welt erblickt hätte, propagierte Morgagnis, Reusch's, und Hallers Lehren, kritisierte einige veraltete Lehrbücher. Die mutige Stellungnahme, mit dem Segen der Tyrnauer Professoren, fand einen enthusiastischen Widerhall in der polemischen Schrift anonymer Wiener Autoren: Freymüthige Briefe an Herrn G. von V, Wien — Frankfurt, 1774 [5]. In Tyrnau widmeten zwar nur zwei Hörer ihre Arbeiten physiologischen Themen: Johann Georg Pfentner (De causa coloris animalis, 1776 und Johann Peter Schimert: De systemate sexuali, 1776, was ja wohl auch mit dem kurzen Aufenthalt der medizinischen Fakultät in Tyrnau zusammenhing (1769—1777) — die ganze Universität wurde in 1777 nach Ofen, später nach Pest übersetzt. Aber die Folgen des Vorstosses gegen den von Boerhaave beherrschten Orthodoxismus zeigten sich bald in zwei Richtungen: Die neue Studienordnung der Wiener Universität von Anton Störck redigiert, die im Sinne des Grundsatzes , ,conformetur" auch für die Tyrnauer Fakultät verbindlich war, führt 1775 Hallers Physiologie als Pflichtlehrbuch ein. [21] Die Vorträge über diese Disziplin sollen täglich von 9—10 Uhr abgehalten werden [17]. Noch überzeugender manifestierte sich die Physiologie als neu-