Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 115-116. (Budapest, 19869

KISEBB KÖZLEMÉNYEK — ELŐADÁSOK - Völker, Arina: Adatok a hallei egyetem magyar végzős hallgatóinak előképzéséhez (német nyelven)

Zwei Monate nach dem Ableben Grundeis trifft der ebenfalls in der Scholarenliste verzeichnete Johannes Lany aus Rosenau in Halle ein; begleitet wird er von seinem Hauslehrer Georg Bucholtz (1688—1737), der ein Diarium Itinerarium führt und darin den gesamten Kreis der Ungarn ver­zeichnet, die sich zu diesem Zeitpunkt in Halle aufhalten. 35 Buchholtz ist bald wieder abgereist, Lany dagegen längere Zeit in Halle geblieben, desgleichen der kurz nach ihm registrierte Ungar Emericus Isdenzy. Als Schüler der Franckeschen Stiftungen ist erstmals 1715 der sich erst sechs Jahre später als Medizinstudent immatrikulierende Justus Johannes Torkos (1699—1770) aus Raab feststellbar. 26 1719 nimmt Johann Matthias Pitschke aus Leutscha (Lőcse) seinen präakademi­schen Studiengang auf, 1720 Ephraim Keler aus Bartfeld (Bártfa). Emmerich Szirmay, Georg Constantin Drauth und Georg Gütsch sind in den Jahren 1724 und 1725 registriert, der Transsylva­nier Johannes Schanckebanck (1707—1783) im Jahre 1728. Für die medizinische Hochschulaus­bildung inskribiert sich letzterer am 26. September des folgenden Jahres: auch in seinem Falle differieren die Schul- und die Hochschuleintragungen deutlich. Ähnliches gilt schließlich auch für den Preßburger Georg Christian Maternus (1696—1777), der seine Studienzeit nutzt, um am Waisenhaus-Krankenhaus hilfsärztliche Dienste zu tun und sich auf diese Weise erste praktische Erfahrungen zu erwerben; mehrere Jahre lang hat er sich diesem Anliegen gewidmet. Will man über den präakademischen Bildungsgang dieser Ungarischen Absolventen mehr er­fahren als aus deren Eintragungen im Freitischalbum — dieses endet ohnehin mit dem Jahre 1713 — dann erweist sich die bis 1737 fortgeführte und bereits erwähnte Freyersche Buchführung als wertvolle Ergänzung. Sie berichtet über die Teilnahme dieser Schüler an der Gestaltung von Schulprogrammen und deren Auftreten mit eigenen Referaten. So ist beispielsweise Schancke­banck dort mit dem Vortrag ,,De valetudine in academiis rite conservanda" notiert: das zeigt das Interesse des Schülers für das bevorstehende Medizinstudium auf. Lany, Isdenzy und Keler sind ebenfalls mit eigenen Referaten registriert. 27 Später greifen die ab 1729 edierten ,, Wöchentlichen Hallischen Anzeigen" das Freyersche Verfahren auf, über Schulprogramme zu berichten. Hierin ist beispielsweise nachzulesen, daß Karl Gottfried Richter aus Schemnitz als Franckescher Scho­lar des Jahres 1740 — erst im April 1741 nimmt dieser Ungar das medizinische Hochschulstudium auf — mehrfach als Referent bei Schulprogrammen auftrat. Zusammenfassend läßt sich zum halleschen präakademischen Bildungsgang ungarischer Medi­ziner festhalten: 1. Es gab eine Reihe ungarischer Absolventen, die sich im Schulkomplex der Franckeschen Stift­ungen auf den Universitätsbesuch vorbereiteten. Ihr Matrikeltermin ist daher nicht identisch mit dem oft deutlich früher liegenden halleschen Ankunftsdatum. Das gilt für Mediziner wie z. B. Grundel, Kochlatsch, Torkos, Schanckebanck und Richter. 2. Ungarische Scholaren wurden durch die Franckeschen Stiftungen häufig subventioniert. Für die Möglichkeit der Freitischteilnahme bedankten sie sich durch die Niederschrift kleiner Curri­cula vitae, die Auskunft über ihren Werdegang vermitteln und als Quelle für weitere Analysen verwendet werden können. 3. Eine Reihe ungarischer Scholaren ist an der Mitgestaltung von Schulprogrammen nachweis­bar, deren Themen nicht nur das Bildungsziel charakterisieren, sondern zum Teil spezifischen ungarischen Charakter tragen. 4. Ungarische Studenten haben teilweise die Möglichkeiten der Schulanstalten mit einem eige­25 Kaiser, W. , u. K. H. Krosch: Halle 1713 im Diarium Itinerarium des Georg Buchholtz (1688—1737), ei­nes Besuchers aus der Slowakei. Wiss. Z. Univ. Halle (Math.-naturw.) XJU, S. 583—599 (1964). 26 Archiv der Franckeschen Stiftungen Halle: a. a. O. (Lit.-Stelle 23). 27 Freyer, H.: a. a. O., S. 154, 164, 305, 429, 432 u. 433.

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