Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 115-116. (Budapest, 19869

ADATTÁR - Kaiser, Wolfram: Dokumentumok a hallei levéltárakban a magyar orvosokra vonatkozólag (német nyelven)

sidialkanzlei der Gesellschaft und den zu ihr gehörenden Ungarn bzw. denjenigen, die eine Mit­gliedschaft anstrebten. Blieben an der Academia Fridericiana ausgebildete ungarische Mediziner zeitweilig oder auf Dauer in der Saalestadt und erwarben hier das Bürgerrecht, dann ist Informati­on aus den Beständen des lokalen Stadtarchivs zu erwarten; wurden sie mit überregionalen Anli­gen vorstellig, kann des Merseburger Staatsarchiv der DDR hierüber Auskunft geben. Diese fünf sich verzahnenden, inhaltlich aber kaum überschneidenden Archive bilden eine komplexe und in dieser Form wohl unikäre lokale Ausgangssituation für die Kenntniserweiterung auf dem genannten Sektor. DIE ARCHIVSTELLE DER MARTIN-LUTHER-UNIVERSITÄT Die erhaltengebliebenen Matrikelbücher der Universität gestatten nicht nur die Feststellung des Inskriptionsdatums, sondern zugleich auch die der bei Studienbeginn gewählten Fakultät sowie der Gebührenerlegung. Der Nachbetrachter erfahrt, ob der auf Dauer der Heilkunde verschriebe­ne ungarische Absolvent sich bereits bei seinem Eintreffen in Halle auf die Disziplin festlegte, die zu seinem Brotberuf wurde; die Konzession von Gebührenerlaß oder Teilgebührenerlaß erla­ubt gewisse Rückschlüsse auf seine wirtschaftliche Lage. Mancher Ungar bezog als Theologe oder als Philologe die Universität und wechselte erst später zur Medizin über; das gilt beispiels­weise für Samuel Raymann (gest. 1740) aus Eperjes, den Sohn des um die Anfange der Pockens­chutzimpfung (Variolisation) in Ungarn verdienten Arztes Johann Adam Raymann (1690—1770). Der 1733 nach Halle anreisende Samuel Raymann hat sich anfänglich auf die Philosophie orienti­ert und die Kollegs von Sigmund Jakob Baumgarten (1706—1757) und Alexander Gottlob Baum­garten (1714—1762) besucht; innerhalb der Philosophischen Fakultät disputiert Raymann im Okto­ber 1735 „De veritate", ohne daß zu diesem Zeitpunkt etwas von einem Wechsel der Studienrichtung bekannt wäre. 6 Die Ausrichtung auf des 1738 abgeschlossene Medizinstudium kann daher erst im Anschluß erfolgt sein, Als angehender Jurist kommt im Raymannschen Pro­motionsjahr dessen Landsmann Adam Molnár (1716—1780) in die Saalestadt; auch in seinem Falle gehen mehrjährige Studien in anderen Fakultäten nebst ausgedehnten Bildungsreisen dem 1747 beendeten Medizinstudium voraus. 7­8 Auf der Basis des Album der Medizinischen Fakultät 9 lassen die Dokumentationen des hal­leschen Universitätsarchivs Aussagen über den genauen Termin sowie die Art des Studienab­schlusses zu. Üblicherweise erfolgte letzterer im Rahmen einer Disputationshandlung Das war aber nicht in jedem Falle eine Inauguraldisputation pro gradu doctoris; eine nicht ungern genutzte Alternative war die Disputatio pro licentia. Sie war weniger kostenaufwendig und brachte die medi­zinische Lizentiatur ein, die eine Voraussetzung zur Praxisführung darstellte, auch wenn sie dem Lizentiaten die Titelführung eines „Medicináé Doctor" versagte. Mancher Lizentiat hat, wenn er später über die Gelder zum Erwerb des Diploms verfügte, die Graduierung in absentia erhal­ten; andere haben hierauf verzichtet. In üblichen bio- und bibliographischen Standardwerken wird auf diese Unterscheidung meist verzichtet. Selbst dem renommierten ungarischen Medizin­historiker István Weszprémi (1723—1799), der mit einer Reihe der von ihm aufgeführten Arzt­Persönlichkeiten korrespondiert haben dürfte oder sogar direkten Kontakt mit ihnen pflegte, sind 6 Kaiser, W., u. W. Piechocki: Die Arztfamilie Raymann aus Eperjes und ihre Beziehungen nach Halle. Comm. Hist. Artis Med. 60/61, S. 207—225 (1970). 7 Kaiser, W.: Molnár Ádám, Vas megyei orvos és összehasonlító botanikus (1716—1780). Vasi Szemle XXIX, S. 170—175 (1975). 8 Iszák, S. : Die Stellung Adam Molnars, eines Absolventen der Universität Halle, in der Geschichte der rumänischen Medizin. Wiss. Z. Univ. Halle (Math.-naturw.) XVII, S. 1027—1029 (1968). 9 Univ.-Archiv Halle: Rep. 29, F VII, Nr. 1, Bd. 1.

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