Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 115-116. (Budapest, 19869
ADATTÁR - Kaiser, Wolfram: Dokumentumok a hallei levéltárakban a magyar orvosokra vonatkozólag (német nyelven)
diese Feinheiten der Titulatur offenbar vielfach nicht bekannt gewesen: das hallesche Abgangsjahr setzt er jedenfalls in mehreren Fällen mit dem Ervverb des Doktorgrades gleich. Das zitierte Beispiel von Adam Molnár und dessen durch Reisen unterbrochenen langzeitigen Ausbildungsgang weist auf ein weiteres Problem hin: kann man aus Immatrikulations- und Promotionsdaten grundsätzlich auf die Aufenthaltsdauer an der halleschen Universität schließen? Im allgemeinen mag das möglich sein. Es gab aber auch Studenten, die aus bestimmten Motiven heraus den Abschluß hinauszögerten und zwischenzeitlich das Studium unterbrachen, bei dessen Neubeginn aber eine Reimmatrikulation für nicht erforderlich hielten. Derartige Zäsuren mögen die hallesche Fakultät bewogen haben, von den endsechziger Jahren des 18. Jahrhunderts ab beim Promotionsantrag die Vorlage eines Curriculum vitae zu verlangen. Aus diesen Lebensläufen ergibt sich auch für die ungarischen Absolventen manches Detail, das sonst für den Nachbetrachter nur mit Schwierigkeiten foder gar nicht) zu erfassen wäre. Darüber hinaus erfährt man hierdurch, daß in Halle graduierte Griechen oder Mazedorumänen ihre frühe Ausbildung an ungarischen oder transsylvanischen Gymnasien genossen hatten: der 1781 in Halle promovierte Johannes Manikati Saphrani in Enyed und in Debrecen, der 1799 graduierte Panajota Nicolaides an den Schulen Siebenbürgens. 10 12 DAS ARCHIV DER FRANCKESCHEN STIFTUNGEN Ist schon das Ende des Universitätsstudiums ungarischer Absolventen oft nicht identisch mit dem Rückkehrtermin in die Heimat, so trifft ähnliches auch für den Ausbildungsbeginn an der Hochschule zu, der sich vielfach nicht mit dem Aufbruchsjahr aus Ungarn deckt. Nicht klein ist die Zahl derjenigen, die sich in den von August Hermann Francke begründeten Schulen ihr Grundwissen holten, bevor sie sich der Universitätsausbildung zuwandten. 13 Aus den Schülerlisten des Franckeschen Schulkomplexes ,,auf dem Waisenhause" wird ersichtlich, ob sie dabei die Schola latina oder das Paedagogium Regium besuchten, wann ihre Gymnasialzeit einsetzte und ob sie der Subventionierung (z. B. in Form eines Freitisches) bedürftig waren. Konferenzbücher und andere Dokumentationen geben Auskunft, ob sie sich als Hilfslehrer oder im hilfsärztlichen Dienst in den Krankenanstalten des Waisenhauses betätigen konnten. Die Inskription in das Freitischbuch bedingte die Niederschrift eines kurzen Curriculum vitae: auch hieraus sind Einzelheiten des präakademischen Ausbildungsganges zu entnehmen. Zugleich erhält man Kenntnis vom praktizierten Delegierungssystem; vor allem in Raab (Győr), in Ödenburg (Sopron) und Preßburg (Pozsony) gab es pädagogische Zentren, die ihre Zöglinge zielgerichtet auf den Weg nach Halle schickten. Zusätzlich bemerkenswert mag sein, daß die ungarischen Francke-Schüler im Rahmen von Schulveranstaltungen mit eigenen Referaten auftraten und dabei wiederholt Themen wählten, die sich auf Vorgänge in ihrer Heimat bezogen. Schließlich enthalten diese Archive eine umfangreiche Korrespondenz zwischen dem Francke-Kreis und den nach Ungarn zurückgekehrten Absolventen, deren Details noch der Auswertung harren, soweit Mediziner daran beteiligt sind. Um ein Beispiel zu nennen: der die Franckeschen Schulanstalten durchlaufende und 1721 graduierte Stephan Anton Kochlatsch aus Neusohl beschränkte sich als begeisterter Konfi10 Kaiser, W, u. A. Völker: Anfange eines walachischen Medizinstudiums an der Universität Halle. NTM (Leipzig) 8, H. 1, S. 92-102 (1971). 11 Kaiser, W. : Die Doktordissertationen transsylvanischer Mediziner an der Universität Halle (18. Jahrhundert). Forsch. Volks- u. Landeskunde 16, Nr. 2, S. 37—47 (1973). 12 Kaiser, W. , u. A. Völker: Die ersten rumänischen Kontaktnahmen und Rezeptionen in der Academia Naturae Curiosorum. Comm. Hist. Artis Med. 73/74, S. 179—191 (1974). 13 Völker, A.: Zum präakademischen Ausbildungsgang ungarischer Absolventen der Universität Halle. Comm. Hist. Artis'Med. 115/116, S. (1986).