Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 86. (Budapest, 1979)
KISEBB KÖZLEMÉNYEK - ELŐADÁSOK - Münchow, Wolfgang: Albrecht von Graefe (1828—1870) emlékére (német nyelven)
an Ruhr, Typhus und Fleckfieber in hervorragender Weise verdient gemacht [13]. Es ist nicht nur die denkwürdige Tatsache zu verzeichnen, daß ihn Frankreich, also der Feind, hierfür mit dem OfRzierskreuz der französischen Ehrenlegion dekorierte, sondern darüber hinaus wurde ihm nach Anregung ehemaliger polnischer adliger Kriegsteilnehmer (und geretteter Patienten) auf Antrag des polnischen Senats der erbliche Adel durch Zar Nikolaus I. von Rußland (1796—1855) verliehen, von dem der bemerkenswerte Ausspruch überliefert worden ist: „Es gehört mehr moralischer Mut dazu, sich als Arzt in einem Typhushospital der Ansteckung auszusetzen, als auf dem Schlachtfeld eine feindliche Batterie zu nehmen" [9]. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. (1770—1840) bestätigte 1826 als oberster Dienstherr die Nobilitierung des bis dahin bürgerlichen Carl Ferdinand Gräfe. Seit diesem Zeitpunkt schreibt sich die Familie „Graefe". Dabei wurde fast zufällig bekannt, daß dem Großvater Carl Gottlieb Gräfe aus Pulsnitz/Sa. (1752— 1806) bereits 1795 vom letzten polnischen König Stanislaw August II. Poniatowski (1732—1798) der polnische Adel verliehen worden war, ohne daß er allerdings von dem verliehenen Titel Gebrauch gemacht und seinen Söhnen weitergegeben hat [15]. Welche Gründe ihn zu dieser Haltung veranlaßt haben, ist nicht mehr zu ermitteln. Aber die Tatsache der Nobilitierung des Großvaters Carl Gottlieb Gräfe ist bisher in allen Biographien über die Familie von Graefe als nicht bekannt vernachlässigt worden. Carl Ferdinand von Graefe ist als einfallsreicher und geschickter Chirurg in die Geschichte der Medizin eingegangen. Hervorzuheben sind seine erfolgreichen Bemühungen um die plastische Chirurgie des Gesichtes, er schuf auch die Bezeichnung „Plastik" für diese Operations verfahren [4]; in der Augenheilkunde hat die von ihm zur Behandlung eitriger Bindehautentzündungen 1826 eingeführte wässerige Lösung des Argentum nitricum als Augentropfen bis heute ihren Wert behalten, um nur zwei seiner bleibenden Leistungen zu nennen. Mit 12 Jahren verlor Albrecht von Graefe seinen Vater, der während einer Konsultationsreise in Hannover 1840 einer Erkrankung an Typhus erlegen ist, gerade einer jener Krankheiten, die er 26 Jahre zuvor so erfolgreich bekämpft hatte. Der Nachruhm des Vaters war aber dem Sohn Unterstützung sowohl während des Medizinstudiums 1843 bis 1848 in Berlin, als auch insbesondere während der ausgedehnten Studienaufenthalte in den Jahren 1848 bis 1851 in Prag, Paris, Wien und London. Nach dem Staatsexamen hatte er im Spätsommer 1848, noch unentschlossen über die einzuschlagende Fachrichtung, seine Weiterbildung zunächst in Prag begonnen. Hier wurde er von Ferdinand Arlt (1812—1887) in die Augenheilkunde eingeführt. Er hat später gegenüber einem Freund bekannt: „Arlt hat mich in die Augenheilkunde eingeführt, er hat mir dieselben gediegenen Grundsätze eingeprägt, welche er selbst in Ausübung seiner Specialität befolgt, er zuerst hat mir gezeigt, wie ein Augen-Operateur beschaffen sein muss. Glaube mir, ohne Prag würden mir Paris und Wien kaum so viel genutzt haben, ja ich denke, ohne Arlt würde ich vielleicht gar nicht als Ophthalmologe nach Berlin zurückgekehrt sein ii [7a]. Die außerordentliche Begabung des Hospitanten Albrecht von Graefe hatte Arlt erkannt, später der französische Augenarzt Louis-Auguste Desmarres (1810—1882) in Paris ebenso wie der Ordinarius für Augenheilkunde Friedrich Jaeger (1784—1871) am Josephinum in Wien, der medizinisch-chirurgischen Akademie und Ausbildungs-